Colitis ulcerosa: S3-Leitlinie Therapie & Diagnostik
Hintergrund
Die Prävalenz der Colitis ulcerosa nimmt weltweit deutlich zu. In Deutschland wird aktuell von etwa 200.000 Betroffenen ausgegangen, wobei insbesondere bei Kindern und Jugendlichen eine steigende Inzidenz verzeichnet wird.
Die S3-Leitlinie der DGIM (2023) ist als "Living Guideline" konzipiert. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Integration neuer medizinischer Erkenntnisse durch jährliche Literaturprüfungen, ohne dass das gesamte Dokument überarbeitet werden muss.
Wesentliche Neuerungen der Aktualisierung betreffen vor allem den Einsatz von Immunmodulatoren und zielgerichteten Therapien. Es werden evidenzbasierte Empfehlungen für alle an der Diagnostik und Therapie beteiligten Fachgruppen zur Verfügung gestellt.
💡Praxis-Tipp
Bei einem unzureichenden Ansprechen auf die medikamentöse Therapie wird empfohlen, vor einer reinen Therapieeskalation stets an infektiöse Komplikationen zu denken. Laut Leitlinie sollten in diesen Fällen eine Clostridioides difficile-Infektion sowie eine CMV-Neuinfektion oder -Reaktivierung aktiv ausgeschlossen werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie listet verschiedene Substanzgruppen wie TNF-Antikörper, JAK-Inhibitoren, S1PR-Modulatoren und Antiadhäsionsmoleküle auf. Es wird bewusst keine feste Reihenfolge vorgegeben, da direkte Vergleichsstudien fehlen und die Wahl individuell erfolgen sollte.
Es wird empfohlen, zwischen dem 6. und 8. Erkrankungsjahr eine Überwachungskoloskopie mit Risikostratifizierung durchzuführen. Bei Vorliegen einer primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) gelten besondere Risikoprofile und Biopsie-Empfehlungen.
Bei einer Unverträglichkeit gegenüber Mesalazin kann laut Leitlinie der E. coli-Stamm Nissle 1917 zur Remissionserhaltung eingesetzt werden. Generell wird eine mindestens zweijährige remissionserhaltende Therapie angestrebt.
Aufgrund des erhöhten Risikos unter JAK-Inhibitoren, S1PR-Modulatoren und Biologika wird eine Immunisierung mit dem Totimpfstoff gegen Herpes zoster empfohlen.
Eine absolute Indikation zur Operation besteht bei einem therapierefraktären Verlauf. Ebenso stellen der Nachweis eines Colitis-Karzinoms oder einer hochgradigen intraepithelialen Neoplasie absolute Operationsindikationen dar.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Colitis ulcerosa (DGIM, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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