Morbus Crohn: Diagnostik und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die Prävalenz des Morbus Crohn hat in Deutschland in der vergangenen Dekade deutlich zugenommen. Laut der S3-Leitlinie der DGIM stieg die Zahl der Betroffenen zwischen 2012 und 2018 um 13 Prozent an.
Prospektive Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Erkrankten einen milden Verlauf aufweist und keine Therapie mit Immunsuppressiva oder Biologika benötigt. Bei einem weiteren Drittel ist der Verlauf hingegen durch chronische Krankheitsaktivität und Komplikationen geprägt.
Die aktualisierte Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für alle an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen. Das übergeordnete Ziel der Langzeitbehandlung ist eine steroidfreie klinische Remission bei normalisierter Lebensqualität.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass die Chirurgie ein integraler Bestandteil der Behandlung des Morbus Crohn ist und nicht erst als Ultima Ratio betrachtet werden sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass akute Krankheitsschübe während einer Schwangerschaft ohne Verzögerung therapiert werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt zur Dünndarmdiagnostik primär eine MR-Enterografie oder alternativ eine Sonografie. Der Sonografie wird dabei ein fester Stellenwert in der Erstdiagnostik und Verlaufsbeurteilung eingeräumt.
Bei einem leichten bis moderaten Schub, insbesondere im Bereich des ileozökalen Übergangs, gilt Budesonid als Mittel der Wahl. Mesalazin wird für diese Indikation aufgrund mangelnder Evidenz nicht mehr empfohlen.
Bei einem sekundären Wirkverlust unter einer TNF-alpha-Antikörpertherapie wird ein reaktives Therapeutic Drug Monitoring (TDM) empfohlen. Anschließend sollte die Dosis angepasst oder die Therapie gewechselt werden.
Ja, die Leitlinie stellt klar, dass akute Krankheitsschübe während einer Schwangerschaft ohne Verzögerung therapiert werden sollten.
Chirurgische Eingriffe gelten als integraler Bestandteil der Therapie. Bei isoliertem Befall der Ileozökalregion, kurzer Anamnese und fehlendem Ansprechen auf Steroide ist eine Resektion gleichwertig zu einer Biologika-Therapie.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Morbus Crohn (DGIM, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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