ESA bei Frühgeborenen: Indikation und Neuroprotektion
Hintergrund
Frühgeborene weisen häufig niedrige Plasmaspiegel an Erythropoetin (EPO) auf. Dies liefert die Rationale für den Einsatz von Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA) wie EPO und Darbepoetin.
Der vorliegende Cochrane-Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer frühen ESA-Gabe. Als früh wird hierbei ein Beginn innerhalb der ersten acht Lebenstage bei Frühgeborenen oder Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht definiert.
Primäre Ziele der analysierten Studien waren die Reduktion von Erythrozytentransfusionen, die Vermeidung neurologischer Beeinträchtigungen sowie der Schutz vor nekrotisierender Enterokolitis (NEC).
💡Praxis-Tipp
Obwohl die frühe Gabe von EPO die Raten an NEC, IVH und PVL in Studien senken konnte, wird ein routinemäßiger Einsatz in der Praxis derzeit nicht empfohlen. Der Review weist darauf hin, dass das primäre Ziel der Vermeidung von Spenderexpositionen bei Transfusionen meist nicht erreicht wird, da die Kinder oft schon vor Therapiebeginn transfundiert wurden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane-Review wird das Risiko für Erythrozytentransfusionen sowie das transfundierte Volumen zwar statistisch signifikant gesenkt. Die Autoren stufen diese Reduktion jedoch als klinisch wenig bedeutsam ein, da die Spenderexposition kaum verringert wird.
Der Review zeigt eine signifikante Reduktion der NEC-Inzidenz in der ESA-Gruppe im Vergleich zu Placebo. Die Number Needed to Treat (NNTB) wird hierbei mit 33 angegeben.
Frühere Bedenken bezüglich eines erhöhten ROP-Risikos konnten nicht bestätigt werden. Die Daten zeigen keinen signifikanten Unterschied für eine ROP ab Stadium 3 bei einem EPO-Beginn vor dem achten Lebenstag.
Derzeit wird die Administration von EPO nicht empfohlen, da der klinische Gesamtnutzen als zu gering eingeschätzt wird. Für eine abschließende Bewertung der neuroprotektiven Effekte müssen laut den Autoren weitere große Studien abgewartet werden.
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Quelle: Cochrane Review: Early erythropoiesis-stimulating agents in preterm or low birth weight infants (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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