Sartane (AT1-Antagonisten): Krebsrisiko und Verordnung

Diese Leitlinie stammt aus 2010 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sartane (AT1-Antagonisten) werden zur Behandlung der arteriellen Hypertonie, Herzinsuffizienz und Nierenerkrankungen bei Diabetes mellitus eingesetzt. Sie blockieren den Angiotensin-II-Rezeptor und weisen im Vergleich zu ACE-Hemmern seltener Nebenwirkungen wie Reizhusten auf.

Anlass der Stellungnahme der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) aus dem Jahr 2010 ist eine im Lancet Oncology veröffentlichte Metaanalyse. Diese Untersuchung einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe legte ein geringfügig, aber statistisch signifikant erhöhtes Krebsrisiko unter der Einnahme von Sartanen nahe.

Die Publikation führte zu Verunsicherungen in der klinischen Praxis und veranlasste internationale Zulassungsbehörden zu weiteren Prüfungen. Die AkdÄ ordnet diese Ergebnisse hinsichtlich ihrer methodischen Qualität und biologischen Plausibilität ein.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut AkdÄ sind Sartane nicht als generelle Erstlinientherapie anstelle von ACE-Hemmern anzusehen. Die Stellungnahme erinnert daran, dass Sartane aufgrund der höheren Kosten und der fehlenden Überlegenheit primär bei einer ACE-Hemmer-Unverträglichkeit indiziert sind. Ein Absetzen der Medikation aus Sorge vor einem erhöhten Krebsrisiko wird auf Basis der bewerteten Datenlage nicht befürwortet.

Häufig gestellte Fragen

Eine 2010 publizierte Metaanalyse zeigte ein statistisch leicht erhöhtes Krebsrisiko. Die AkdÄ bewertet diese Ergebnisse jedoch aufgrund methodischer Schwächen und fehlender biologischer Plausibilität als nicht ausreichend gesichert.

Laut Stellungnahme der AkdÄ besteht derzeit keine Notwendigkeit, die bestehenden Verordnungsempfehlungen zu ändern. Eine prophylaktische Umstellung aus Sorge vor Tumorerkrankungen wird nicht befürwortet.

Die AkdÄ sieht Sartane primär dann als indiziert an, wenn eine therapeutische Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems notwendig ist, ACE-Hemmer aber aufgrund von Nebenwirkungen wie Reizhusten nicht vertragen werden. Eine generelle Überlegenheit von Sartanen gegenüber ACE-Hemmern ist nicht belegt.

In den Studien, die das Auftreten von Tumorerkrankungen als vordefinierten Endpunkt erfassten, war Telmisartan das am häufigsten untersuchte Studienmedikament. Die AkdÄ merkt an, dass sich aus den Daten kein genereller Gruppeneffekt für alle Sartane ableiten lässt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: AT1-Antagonisten (Sartane) und Krebsrisiko (AkdÄ, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.