pAVK bei Diabetes: Diagnostik (ABI/TBI) und Therapie
Hintergrund
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) entwickelt sich bei Menschen mit Diabetes mellitus im Vergleich zu Stoffwechselgesunden früher und schreitet schneller voran. Anatomisch zeigen sich häufig langstreckige, kalzifizierte Stenosen der Unterschenkelarterien mit unzureichender Kollateralbildung.
Aufgrund der diabetischen Polyneuropathie bleiben typische Warnsignale wie die Claudicatio intermittens oder ischämische Ruheschmerzen oft lange Zeit maskiert. Dies führt dazu, dass sich Betroffene häufig erst im Stadium der kritischen Extremitätenischämie (CLTI) präsentieren.
Die Kombination aus pAVK und Diabetes geht mit einem stark erhöhten Risiko für Fußläsionen und Amputationen einher. Eine frühzeitige Diagnostik und interdisziplinäre Therapie sind daher essenziell für den Extremitätenerhalt und die Reduktion der kardiovaskulären Mortalität.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, dass ein normaler Knöchel-Arm-Index (ABI) bei Menschen mit Diabetes eine pAVK nicht sicher ausschließt. Aufgrund einer häufig vorliegenden Mediasklerose können falsch hohe Werte (ABI > 1,3) gemessen werden. In diesen Fällen wird zwingend die Bestimmung des Zehen-Arm-Index (TBI) oder eine Pulskurvenanalyse empfohlen, um eine Ischämie nicht zu übersehen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Clopidogrel gegenüber ASS bei symptomatischer pAVK zu bevorzugen. Bei hohem Ischämierisiko kann eine Kombination aus Rivaroxaban und ASS erwogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt einen LDL-Zielwert von unter 55 mg/dl. Zudem wird eine Senkung um mindestens 50 % des Ausgangswertes angestrebt.
Semaglutid kann laut aktuellen Daten die schmerzfreie Gehstrecke bei Personen mit Claudicatio intermittens signifikant verbessern. Metformin bleibt jedoch das orale Antidiabetikum der ersten Wahl.
Bei Claudicatio intermittens wird zunächst ein 3- bis 6-monatiger konservativer Therapieversuch empfohlen. Bei kritischer Extremitätenischämie (CLTI) ist hingegen eine rasche Revaskularisation indiziert.
Die Leitlinie betont, dass tastbare Fußpulse das Vorhandensein einer pAVK nicht ausschließen. Umgekehrt wird bei fehlenden Pulsen die Häufigkeit der pAVK oft überschätzt, weshalb apparative Messungen notwendig sind.
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Quelle: DDG: PE_Diagnostik & Therapie der pAVK pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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