Diabetisches Fußsyndrom (DFS): Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das diabetische Fußsyndrom (DFS) umfasst alle pathologischen Veränderungen am Fuß bei Menschen mit Diabetes mellitus. Hierzu zählen auch präulzeröse Läsionen wie abnorme Hornhautschwielen.
Ulzera oder Nekrosen entstehen meist durch repetitive Traumatisierung bei eingeschränktem Druck- und Schmerzempfinden infolge einer diabetischen Polyneuropathie. In Deutschland liegt zudem bei über 50 Prozent der Fälle eine relevante periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) vor.
Die jährliche Neuerkrankungsrate für ein akutes DFS liegt bei etwa 2 Prozent, während das Lebenszeitrisiko 19 bis 34 Prozent beträgt. Obwohl die Amputationsraten rückläufig sind, werden weiterhin 65 bis 70 Prozent aller Amputationen bei Menschen mit Diabetes durchgeführt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, dass tastbare Fußpulse eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) nicht ausschließen. Da die typischen Ischämiesymptome durch eine begleitende Neuropathie oft maskiert werden, wird eine weiterführende Diagnostik mittels Zehen-Arm-Index (TBI) und Doppler-Sonografie empfohlen. Zudem wird betont, dass vor jeder Amputation zwingend eine aussagefähige Gefäßdiagnostik erfolgen muss.
Häufig gestellte Fragen
Ein aktiver Charcot-Fuß zeigt sich klinisch durch eine Temperaturerhöhung von mehr als 2 °C im Seitenvergleich, begleitet von Ödemen oder Rötungen. Laut Leitlinie ist bei unauffälligem Nativröntgen eine MRT indiziert, um die Diagnose zu sichern.
Die Leitlinie empfiehlt die Bestimmung des Zehen-Arm-Index (TBI), da der Knöchel-Arm-Index (ABI) durch die häufig vorliegende Mediasklerose oft falsch hohe Werte liefert. Ein TBI von >= 0,75 in Kombination mit triphasischen Dopplerflusssignalen schließt eine relevante pAVK weitgehend aus.
Eine stationäre Aufnahme ist bei einer schweren Infektion mit systemischen Zeichen zwingend indiziert. Auch bei moderaten Infektionen mit Ausbreitung in tiefe Gewebeschichten wird gemäß Leitlinie eine stationäre Behandlung empfohlen.
Als Mittel der Wahl bei einem neuropathischen plantaren Ulkus gilt der Vollkontaktgips (Total Contact Cast, TCC). Alternativ werden individuell angefertigte, nicht abnehmbare Orthesen empfohlen.
Eine arterielle Revaskularisation muss erwogen werden, wenn eine Fußläsion trotz maximaler wundtherapeutischer Bemühungen innerhalb von 4 Wochen keine Heilungstendenz zeigt. Vor jeder geplanten Amputation ist die Notwendigkeit einer Revaskularisation zu prüfen.
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Quelle: DDG: PE_Diabetisches_Fusssyndrom_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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