Ethylglucuronid (ETG): Abstinenznachweis und Diagnostik
Hintergrund
Ethylglucuronid (ETG) ist ein direktes Stoffwechselprodukt von Ethanol, das in der Leber durch den Prozess der Glukuronidierung gebildet wird. Es wird über den Harn ausgeschieden und bleibt dort etwa ein bis drei Tage nach dem Alkoholkonsum nachweisbar.
Im Gegensatz zum reinen Ethanolabbau über die Alkoholdehydrogenase ermöglicht ETG ein deutlich längeres Nachweisfenster. Endogen im Stoffwechsel gebildeter Alkohol überschreitet laut Leitlinie nicht 0,014 g/L und kann bei der Diagnostik vernachlässigt werden.
Die Bestimmung von ETG im Urin wird in der Medizin primär für das Monitoring einer Abstinenz eingesetzt. Dies dient vor allem der Bestätigung des Abstinenzverhaltens im Rahmen von therapeutischen Alkoholentwöhnungsprogrammen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, dass es bei den verwendeten Immunoassays zu falsch-positiven Ergebnissen durch Kreuzreaktionen mit dem Schlafmittel Chloralhydrat kommen kann. Bei zweifelhaften Befunden oder rechtsmedizinischen Fragestellungen wird daher zwingend eine Überprüfung mittels Gas-Chromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS) gefordert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie bleibt Ethylglucuronid (ETG) etwa ein bis drei Tage nach dem Alkoholkonsum im Harn nachweisbar. Dies ermöglicht ein deutlich längeres Nachweisfenster als die direkte Bestimmung von Ethanol.
Das Carbohydrate-Deficient Transferrin (CDT) wird als die derzeit spezifischste Kenngröße für chronischen Alkoholismus beschrieben. Eine Erhöhung tritt laut Leitlinie praktisch nur auf, wenn über mehrere Wochen täglich mindestens 60 Gramm Ethanol konsumiert werden.
Die verfügbaren Harn-Screening-Tests sind üblicherweise auf einen Cut-off-Wert von 500 ng/mL eingestellt. Ein Wert oberhalb dieser Grenze wird als positiver Nachweis für vorangegangenen Alkoholkonsum gewertet.
Endogen im Stoffwechsel gebildeter Alkohol überschreitet laut Leitlinie nicht 0,014 g/L. Dieser Wert ist zu gering, um das Testergebnis signifikant zu beeinflussen, und kann daher bei der Diagnostik vernachlässigt werden.
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Quelle: Laborwert: ETG (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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