Olaparib bei mCRPC: Indikation bei BRCA1/2-Mutation
Hintergrund
Die vorliegende Nutzenbewertung des IQWiG untersucht den Wirkstoff Olaparib bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC). Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen einer BRCA1/2-Mutation (in der Keimbahn und/oder somatisch).
Zudem muss die Erkrankung nach einer vorherigen Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (NHA) umfasste, progredient sein. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss eine patientenindividuelle Therapie unter Auswahl von Abirateron, Enzalutamid, Cabazitaxel und Docetaxel festgelegt.
Die Bewertung des Zusatznutzens basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, offenen PROfound-Studie. In dieser wurde Olaparib in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) gegen Abirateron oder Enzalutamid (jeweils plus ADT) verglichen.
💡Praxis-Tipp
Laut Bericht wird eine engmaschige Überwachung der hämatologischen Toxizität empfohlen, da unter Olaparib ein erheblich höheres Risiko für schwere Anämien besteht. Es wird angeraten, vor Therapiebeginn sowie monatlich im ersten Behandlungsjahr ein großes Blutbild zu kontrollieren. Zudem wird darauf hingewiesen, bei neuen oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen sofort auf eine mögliche Pneumonitis zu untersuchen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG wird Olaparib bei erwachsenen Männern mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) eingesetzt. Voraussetzung ist das Vorliegen einer BRCA1/2-Mutation und ein Progress nach Vortherapie mit einer neuen hormonellen Substanz (NHA).
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen im Vergleich zu Abirateron oder Enzalutamid. Gegenüber Docetaxel oder Cabazitaxel ist ein Zusatznutzen mangels Daten nicht belegt.
Der Bericht hebt insbesondere ein erhöhtes Risiko für schwere Anämien und Übelkeit hervor. Zudem wird auf das mögliche Auftreten von Pneumonitis sowie myelodysplastischen Syndromen (MDS) und akuter myeloischer Leukämie (AML) hingewiesen.
Bei einer mäßig eingeschränkten Nierenfunktion wird eine Dosisreduktion auf 200 mg zweimal täglich empfohlen. Bei starker Einschränkung oder terminaler Niereninsuffizienz wird die Anwendung laut Fachinformation nicht empfohlen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A20-106: Olaparib (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A23-03: Olaparib (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-47: Olaparib (Prostatakarzinom) – Addendum zum Auftrag A23-03
IQWiG A21-51: Olaparib (Prostatakarzinom) - Addendum zum Auftrag A20-106
IQWiG A24-22: Talazoparib (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-01: Lutetiumvipivotidtetraxetan (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-09: Apalutamid (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A18-80: Enzalutamid (Prostatakrebs) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A17-64: Abirateronacetat (Prostatakarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen