Intrakranielle Stents: Schlaganfallrisiko und Therapie
Hintergrund
Intrakranielle arterielle Stenosen sind Verengungen der hirnversorgenden Blutgefäße, die ein hohes Risiko für ischämische Schlaganfälle bergen. Zur Prävention und Behandlung werden neben der medikamentösen Therapie auch interventionelle Verfahren wie die Stent-Implantation diskutiert.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Arbeitspapier GA15-02 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2015. Das Dokument evaluiert die Ergebnisse der VISSIT-Studie sowie Daten zur Akutbehandlung in Deutschland.
Ziel der Bewertung war es, den Nutzen und Schaden von Stents zur Behandlung intrakranieller arterieller Stenosen im Vergleich zu anderen Behandlungsstrategien zu untersuchen.
💡Praxis-Tipp
Laut der IQWiG-Bewertung wird bei der Indikationsstellung für intrakranielle Stents auf das erhöhte Schlaganfallrisiko hingewiesen. Die Datenlage zeigt keinen Vorteil für das interventionelle Vorgehen, auch nicht in der Akutsituation.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass die Behandlung mit intrakraniellen Stents zu mehr Schlaganfällen führt. Diese Aussage wird durch die Ergebnisse der VISSIT-Studie gestützt.
Nein, laut dem IQWiG-Arbeitspapier zeigen Fallserien keine Unterschiede zwischen der akuten und der nicht-akuten Behandlung. Ein spezifischer Nutzen in der Akutsituation ist nicht belegt.
Die VISSIT-Studie bestätigt die Nutzenbewertung des IQWiG. Sie zeigt erneut, dass die Stent-Implantation bei intrakraniellen Stenosen mit einer höheren Schlaganfallrate einhergeht.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG GA15-02: Stents zur Behandlung intrakranieller arterieller Stenosen: VISSIT-Studie und Akutbehandlung in Deutschland (Arbeitspapier zum Auftrag N14-01) (IQWiG, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A04-01A: Clopidogrel versus Acetylsalicylsäure in der Sekundärprophylaxe vaskulärer Erkrankungen
IQWiG V20-01: Auswahl von Eingriffen für das Zweitmeinungsverfahren nach § 27b SGB V - Rapid Report
IQWiG GA17-02: Prüfung der Nutzbarkeit des Scientific Use Files des ZfKD im Rahmen der Bestimmung der GKV-Zielpopulation
IQWiG V18-02: Zusammenhang zwischen Leistungsmenge und Qualität des Behandlungsergebnisses bei Stammzelltransplantation - Rapid Report
IQWiG N18-02: Tumortherapiefelder zusätzlich zur derzeitigen Standardbehandlung beim Glioblastom als Erstlinientherapie - Rapid Report
IQWiG E14-07: Transkorneale Elektrostimulation bei Retinopathia Pigmentosa
IQWiG E15-04: Messung und Monitoring des pulmonalarteriellen Druckes mittels implantiertem Sensor zur Therapieoptimierung bei Herzinsuffizienz
IQWiG GA15-01: Präferenzmessung bei Parodontopathie
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen