Diabetische Retinopathie: Screening und Diagnostik
Hintergrund
Die diabetische Retinopathie ist eine der häufigsten mikrovaskulären Komplikationen bei Diabetes mellitus und stellt weltweit eine führende Erblindungsursache dar. Die Erkrankung verläuft oft über lange Zeit völlig symptomlos.
Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes liegt die Prävalenz bei 24 bis 27 Prozent. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes weisen bereits bei der Diagnosestellung bis zu 16 Prozent eine Retinopathie auf.
Warnzeichen für Netzhautkomplikationen umfassen plötzliche oder nicht korrigierbare Visusverschlechterungen. Bei einer Makulabeteiligung können Leseschwierigkeiten, Farbsinnstörungen oder ein Rußregen vor dem Auge durch Glaskörperblutungen auftreten.
💡Praxis-Tipp
Ein besonders wichtiges Phänomen ist das early worsening (Frühverschlechterung) der Retinopathie bei einer raschen und starken Blutzuckersenkung. Die Leitlinie warnt davor, dass Therapieintensivierungen durch Insulin, GLP-1-Rezeptoragonisten oder bariatrische Chirurgie kurzfristig zu einer Verschlechterung des Augenbefundes führen können. Es wird empfohlen, in diesen Phasen engmaschige augenärztliche Kontrollen zu veranlassen, insbesondere wenn bereits eine Retinopathie vorbekannt ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird die erste augenärztliche Untersuchung fünf Jahre nach der Diagnosestellung empfohlen. Bei Kindern vor dem 11. Lebensjahr muss die Untersuchung erst erfolgen, wenn der Diabetes bereits fünf Jahre besteht.
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes wird eine sofortige augenärztliche Untersuchung direkt bei der Feststellung der Erkrankung empfohlen. Bereits bei Diagnosestellung weisen bis zu 16 Prozent der Betroffenen eine Retinopathie auf.
Wenn keine Retinopathie und keine allgemeinen Risikofaktoren vorliegen, wird eine Kontrolle alle zwei Jahre empfohlen. Bei Vorliegen von Risikofaktoren oder wenn diese dem Augenarzt nicht bekannt sind, ist eine jährliche Untersuchung indiziert.
Die Feststellung einer diabetischen Retinopathie bei Typ-2-Diabetes klassifiziert die Betroffenen als Hochrisikogruppe für kardiovaskuläre Ereignisse. Die Leitlinie beschreibt die Retinopathie als unverzichtbaren Biomarker für kardiovaskuläre Morbidität.
Die Therapie richtet sich nach der Foveabeteiligung. Bei Beteiligung der Fovea wird eine intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM) empfohlen, während bei foveafernen Ödemen eventuell eine gezielte Laserkoagulation ausreicht.
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Quelle: DDG: PE_Diabetische_Retinopathie_und_Makulopathie_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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