Plasmapherese bei Post-COVID: Evidenz zur Therapie
Hintergrund
Das Post-COVID-19-Syndrom (PCC) äußert sich durch anhaltende Symptome wie Erschöpfung und kognitive Einschränkungen. Eine vieldiskutierte Theorie besagt, dass sogenannte "Mikrogerinnsel" im Blut für diese Beschwerden verantwortlich sein könnten.
In der Folge wird teilweise die Plasmapherese (Blutwäsche) als Therapieansatz angeboten, um diese Partikel zu entfernen. Der vorliegende Cochrane Review (2023) evaluierte die wissenschaftliche Grundlage dieser Theorie sowie die klinische Wirksamkeit der Methode.
Die Autoren betonen, dass der Begriff "Mikrogerinnsel" medizinisch inkorrekt ist. Es handelt sich vielmehr um amyloide Fibrin(ogen)partikel, die keine klassischen Thromben darstellen.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt eindringlich davor, Personen mit Post-COVID-19-Syndrom eine Plasmapherese außerhalb von klinischen Studien zu empfehlen. Da amyloide Fibrin(ogen)partikel auch bei Gesunden vorkommen, rechtfertigt ihr Nachweis im Blut keine teure und potenziell riskante extrakorporale Blutwäsche.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es dafür keine verlässliche Evidenz. Die untersuchten amyloiden Fibrin(ogen)partikel wurden auch bei gesunden Kontrollpersonen und Diabetikern nachgewiesen.
Es existieren aktuell keine randomisierten kontrollierten Studien, die eine Wirksamkeit der Plasmapherese bei Post-COVID-19 belegen. Der Review rät von einem Einsatz außerhalb klinischer Studien strikt ab.
Da keine spezifischen Studien vorliegen, ist das Sicherheitsprofil bei dieser Indikation unklar. Generell kann das Verfahren Nebenwirkungen wie Blutungen, Gerinnungsstörungen, Infektionen und allergische Reaktionen auslösen.
Der Review weist darauf hin, dass die bisherigen Labormethoden fehleranfällig sind und die Ergebnisse oft nicht reproduzierbar waren. Ein routinemäßiges Screening auf diese Partikel wird daher nicht durch Evidenz gestützt.
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Quelle: Cochrane Review: Plasmapheresis to remove amyloid fibrin(ogen) particles for treating the post-COVID-19 condition (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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