Antisoziale Persönlichkeitsstörung: Pharmakotherapie
Hintergrund
Die antisoziale Persönlichkeitsstörung (AsPD) geht häufig mit Regelverstößen, Kriminalität, Substanzkonsum, Arbeitslosigkeit und vorzeitigem Tod einher.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von medikamentösen Interventionen bei Erwachsenen mit AsPD.
Die analysierten Studien weisen erhebliche methodische Mängel auf. Die meisten Teilnehmer wurden primär wegen Substanzmissbrauchs rekrutiert und nicht gezielt aufgrund der AsPD-Diagnose.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass sich Behandler bei der antisozialen Persönlichkeitsstörung derzeit nicht auf eine evidenzbasierte medikamentöse Therapie stützen können. Es wird hervorgehoben, dass in der klinischen Praxis häufig primär Begleiterkrankungen wie Substanzmissbrauch im Vordergrund stehen, welche die Behandlung erschweren.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz für den Einsatz spezifischer Medikamente bei dieser Störung. Die untersuchten Wirkstoffe zeigten keinen verlässlichen Nutzen.
Eine einzelne Studie zeigte eine mögliche Reduktion aggressiver Akte unter 300 mg Phenytoin pro Tag. Der Review stuft die Qualität dieser Evidenz jedoch als sehr niedrig ein.
Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen ist stark limitiert. Es wird jedoch berichtet, dass unter Bromocriptin schwere Nebenwirkungen wie Übelkeit und grippeähnliche Symptome zu Studienabbrüchen führten.
Der Review bemängelt, dass viele Studien methodische Schwächen aufweisen und Teilnehmer oft primär wegen Substanzmissbrauchs rekrutiert wurden. Zudem fehlen Langzeitdaten und Replikationsstudien.
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Quelle: Cochrane Review: Pharmacological interventions for antisocial personality disorder (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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