CochraneIa2019Psychiatrie

Doppeldiagnose Psychose und Sucht: Evidenz der Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Über 50 % der Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung (wie Schizophrenie oder bipolare Störung) entwickeln zusätzlich Probleme mit Substanzmissbrauch. Diese sogenannte Doppeldiagnose führt häufig zu negativen Auswirkungen auf die Krankheitssymptome und die Medikamentenwirkung.

Substanzmissbrauch ist in dieser Patientengruppe mit einer Reihe negativer Folgen verbunden, darunter höhere Rückfallraten, mangelnde Therapieadhärenz und vermehrte Krankenhausaufenthalte. Die Behandlung gestaltet sich oft schwierig, da Betroffene häufig zwischen getrennten psychiatrischen und suchtmedizinischen Einrichtungen wechseln müssen.

Zur Behandlung werden verschiedene psychosoziale Interventionen eingesetzt, wie kognitive Verhaltenstherapie, motivierende Gesprächsführung oder integrierte Versorgungsmodelle. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 bewertet die Wirksamkeit dieser Ansätze im Vergleich zur Standardversorgung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass das Fehlen hochwertiger Evidenz nicht bedeutet, dass psychosoziale Interventionen wirkungslos sind. Es wird darauf hingewiesen, dass Behandler sich kontinuierlich über neue Studienergebnisse informieren sollten, da sich die Evidenzbasis für diese anspruchsvolle Zielgruppe stetig weiterentwickelt. Bei der Durchführung von Interventionen wird eine enge Zusammenarbeit mit der klinischen Forschung empfohlen, um nutzbare Daten zu generieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine hochwertige Evidenz, die eine bestimmte psychosoziale Intervention gegenüber der Standardversorgung als überlegen einstuft. Die untersuchten Ansätze zeigten keine signifikanten Unterschiede bei der Reduktion des Substanzkonsums.

Der Review fand in einer kleinen Studie Hinweise darauf, dass motivierende Gesprächsführung (MI) die Alkoholabstinenz fördern kann. Die Qualität dieser Evidenz wird jedoch insgesamt als sehr niedrig bewertet.

Bei einem integrierten Modell werden psychiatrische Behandlung und Suchttherapie gleichzeitig vom selben klinischen Team durchgeführt. Der Review konnte jedoch nicht belegen, dass dieses Modell der Standardversorgung signifikant überlegen ist.

Die Autoren des Reviews weisen auf erhebliche methodische Mängel in den bisherigen Studien hin. Dazu gehören sehr hohe Abbruchraten, kleine Stichproben und das Fehlen validierter Messinstrumente.

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Quelle: Cochrane Review: Psychosocial interventions for people with both severe mental illness and substance misuse (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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