Zika-Virus: Prävention der sexuellen Übertragung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Zika-Virus wird primär durch Mücken der Gattung Aedes übertragen, kann jedoch auch durch Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. Eine Infektion während der Schwangerschaft ist eine erwiesene Ursache für angeborene Fehlbildungen wie die Mikrozephalie. Zudem kann das Virus das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) auslösen.

Die sexuelle Übertragung erfolgt deutlich häufiger von Männern auf Frauen als umgekehrt. Die längste dokumentierte Zeitspanne, in der infektiöses Virusmaterial in Spermakulturen nachgewiesen wurde, beträgt 69 Tage. Virale RNA kann jedoch noch deutlich länger detektiert werden.

Die Prävention der sexuellen Übertragung ist essenziell, um akute Infektionen, neurologische Komplikationen und kongenitale Schäden zu verhindern. Die Empfehlungen unterscheiden sich je nach epidemiologischer Lage und dem Vorliegen einer Schwangerschaft.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen zur Prävention der sexuellen Übertragung des Zika-Virus. Dabei wird zwischen Gebieten mit und ohne anhaltende Transmission unterschieden.

Empfohlene Schutzfristen

Die Leitlinie definiert klare Zeiträume für die Nutzung von Kondomen oder sexuelle Abstinenz nach einer bekannten Infektion oder möglichen Exposition. Diese Fristen gelten unabhängig vom Vorliegen klinischer Symptome.

PersonengruppeSituationEmpfohlene Dauer (Kondomnutzung/Abstinenz)Empfehlungsgrad
MännerNach Infektion oder Rückkehr aus Endemiegebiet3 MonateStark (bei Reiserückkehrern) / Bedingt (in Endemiegebieten)
FrauenNach Infektion oder Rückkehr aus Endemiegebiet2 MonateStark (bei Reiserückkehrern) / Bedingt (in Endemiegebieten)
SchwangereAufenthalt in oder Rückkehr aus EndemiegebietGesamte Dauer der SchwangerschaftStark

Gebiete mit anhaltender Transmission

Für sexuell aktive Personen in Endemiegebieten wird eine umfassende Aufklärung über die Risiken empfohlen (starke Empfehlung). Zudem sollte ein uneingeschränkter Zugang zu Verhütungsmitteln gewährleistet sein.

Reiserückkehrer in nicht-endemische Gebiete

Für Personen, die aus Gebieten mit anhaltender Transmission zurückkehren, gelten strengere Empfehlungsgrade. Um eine sexuelle Übertragung zu verhindern, wird die strikte Einhaltung der oben genannten Fristen ab dem Tag der letzten möglichen Exposition empfohlen.

Paare mit Kinderwunsch

Frauen, die ungeschützten Verkehr hatten und eine Schwangerschaft aufgrund von Zika-Bedenken vermeiden möchten, sollte ein rascher Zugang zu Notfallkontrazeption ermöglicht werden.

Bei geplanten Schwangerschaften empfiehlt die Leitlinie:

  • Frauen sollten nach einer Infektion oder Exposition 2 Monate warten, bevor sie eine Empfängnis anstreben.

  • Männer sollten entsprechend 3 Monate warten, um das Risiko einer Übertragung zu minimieren.

  • In Gebieten mit hoher Transmission sollte eine Verschiebung des Kinderwunsches erwogen werden, bis das lokale Risiko sinkt.

Schwangere Frauen

Für schwangere Frauen gelten laut Leitlinie die strengsten Vorsichtsmaßnahmen, um kongenitale Schäden zu vermeiden.

Es wird empfohlen, dass Schwangere und ihre Partner für die gesamte Dauer der Schwangerschaft Kondome nutzen oder sexuelle Abstinenz üben (starke Empfehlung). Zudem wird Schwangeren geraten, nicht zwingend notwendige Reisen in Gebiete mit anhaltender Transmission zu verschieben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Beratung ist die Annahme, dass das Risiko einer sexuellen Übertragung bei asymptomatischen Personen vernachlässigbar sei. Die Leitlinie betont, dass die meisten Zika-Infektionen asymptomatisch verlaufen und eine sexuelle Übertragung auch durch asymptomatische Partner dokumentiert ist. Daher wird empfohlen, die Fristen für Kondomnutzung oder Abstinenz (3 Monate für Männer, 2 Monate für Frauen) strikt ab der letzten möglichen Exposition einzuhalten, unabhängig vom Auftreten klinischer Symptome.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wurde infektiöses Zika-Virus in Spermakulturen bis zu 69 Tage nach Symptombeginn nachgewiesen. Virale RNA kann mittels RT-PCR sogar noch deutlich länger detektiert werden, wobei unklar ist, ob dies mit einer Infektiosität einhergeht.

Die Leitlinie empfiehlt für Männer eine konsequente Kondomnutzung oder Abstinenz für mindestens 3 Monate nach der letzten möglichen Exposition. Für Frauen gilt eine entsprechende Frist von 2 Monaten.

Es wird dringend empfohlen, dass Schwangere und ihre Partner für die gesamte Dauer der Schwangerschaft Kondome nutzen oder abstinent bleiben, wenn ein Risiko für eine Zika-Exposition besteht. Dies soll schwere fetale Fehlbildungen wie die Mikrozephalie verhindern.

Eine sexuelle Übertragung von Frauen auf Männer ist laut Leitlinie möglich, wird aber deutlich seltener dokumentiert als die Übertragung von Männern auf Frauen. Dennoch wird Frauen nach einer Exposition eine Schutzfrist von 2 Monaten empfohlen.

Die Leitlinie rät dazu, nach einer Infektion oder Exposition eine Wartezeit von 2 Monaten für Frauen und 3 Monaten für Männer einzuhalten, bevor eine Empfängnis angestrebt wird. In Endemiegebieten sollte zudem erwogen werden, den Kinderwunsch zu verschieben, bis die lokalen Transmissionsraten sinken.

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Quelle: WHO guidelines for the prevention of sexual transmission of Zika virus (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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