Ukrain: Warnung vor Anwendung und fehlende Wirksamkeit
Hintergrund
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt in einer Sicherheitsinformation aus dem Jahr 2011 dringend vor der Anwendung des Präparats Ukrain. Das Mittel wird ungesetzlich in Deutschland und anderen EU-Staaten in den Verkehr gebracht.
Im Internet wird das Produkt mit weitreichenden Heilversprechen beworben, etwa dass es eine Chemotherapie bei fast allen Krebsarten ersetzen könne. Für diese Aussagen existieren laut BfArM keine wissenschaftlich haltbaren Belege.
Bei dem Mittel handelt es sich vermutlich um ein semisynthetisches Mischpräparat. Es besteht aus dem Zytostatikum Thiotepa und Alkaloiden des Schöllkrauts (Chelidonium majus L.), wobei der Vertreiber selbst unterschiedliche Angaben zur Zusammensetzung macht.
💡Praxis-Tipp
Bei Patienten, die alternative Krebsheilmittel aus dem Internet in Erwägung ziehen, wird eine proaktive Aufklärung über die Gefahren nicht zugelassener Präparate wie Ukrain empfohlen. Das BfArM betont, dass das größte Risiko solcher Mittel im Verzicht auf eine evidenzbasierte, lebensrettende Standardtherapie liegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM handelt es sich vermutlich um ein semisynthetisches Mischpräparat. Es besteht aus dem Zytostatikum Thiotepa sowie Alkaloiden des Schöllkrauts, wobei die genaue Zusammensetzung unklar ist.
Nein, das Präparat besitzt weder in Deutschland noch in der restlichen Europäischen Union eine Zulassung. Das BfArM weist darauf hin, dass das Inverkehrbringen nach dem Arzneimittelgesetz eine Straftat darstellt.
Das BfArM stellt fest, dass keine belastbaren Belege für die Wirksamkeit oder Sicherheit vorliegen. Die existierenden Veröffentlichungen sind meist Einzelfallberichte oder weisen schwere methodische Mängel auf.
Die Behörde warnt, da die Wirksamkeit nicht belegt ist und die Gefahr besteht, dass Patienten wirksame Standardtherapien abbrechen. Dies kann zu einer irreversiblen Verschlimmerung der Krebserkrankung führen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Ukrain: BfArM warnt vor der Anwendung (BfArM, 2011). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Ukrain: Neue Erkenntnisse hinsichtlich schädlicher Wirkungen des Arzneimittels
AkdÄ Bekanntgabe: Cyanid-Intoxikation nach oraler Amygdalin-Behandlung
Vorsicht bei kommerziellen Behandlungsangeboten mit nicht zugelassenen / nicht genehmigten Arzneimitteln für neuartige Therapien (ATMP)
AkdÄ: Publikation des Paul-Ehrlich-Instituts: Verdachtsfälle
RKI: Schwangerschaft-Stillen
AkdÄ: Information des PEI zu BCG-Präparaten: Warnung vor Off-Label-Use.
AkdÄ: Information zu Otriven® gegen Schnupfen 0,025 %
AkdÄ: Information des BfArM zu Chlorhexidin: Anhaltende Hornhautverletzungen und erhebliche Sehbehinderungen
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen