Teriflunomid bei MS: Wirksamkeit und Nebenwirkungen
Hintergrund
Der Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Teriflunomid. Das Medikament ist für erwachsene Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) zugelassen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Beta-Interferon (1a oder 1b) oder Glatirameracetat festgelegt. Die vorliegende Bewertung vergleicht Teriflunomid spezifisch mit Interferon beta-1a (IFN β-1a).
Die Datengrundlage bildet die randomisierte, kontrollierte TENERE-Studie. In dieser Studie wurde Teriflunomid in einer Dosierung von 14 mg oral mit subkutanem IFN β-1a über einen Zeitraum von bis zu 118 Wochen verglichen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass bei der Therapie mit Teriflunomid regelmäßige Kontrollen der leberspezifischen Laborwerte erforderlich sind. Zudem wird betont, dass bei Bedarf ein Verfahren zur beschleunigten Elimination des Wirkstoffs (Wash-out) zur Verfügung steht. Dies kann bei Therapieabbrüchen, schweren unerwünschten Ereignissen oder ungeplanten Schwangerschaften relevant sein.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Teriflunomid gegenüber Interferon beta-1a nicht belegt. Positive Effekte bei der Verträglichkeit und negative Effekte bei bestimmten Nebenwirkungen wiegen sich in der Gesamtschau auf.
Der Bericht stellt fest, dass unter Teriflunomid signifikant häufiger Alopezie (Haarausfall) und Diarrhö auftreten. Auch Übelkeit und Erbrechen wurden in der Studie häufiger beobachtet.
Im Vergleich zu Interferon beta-1a kommt es unter Teriflunomid seltener zu grippeähnlichen Symptomen. Zudem entfallen Reaktionen an der Injektionsstelle, da das Medikament oral eingenommen wird.
In der bewerteten Zulassungsstudie wurde Teriflunomid in einer Dosierung von 14 mg als Tablette einmal täglich verabreicht. Dies entspricht der zugelassenen Erhaltungsdosis.
Die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit ist kontraindiziert. Laut Bericht muss vor Therapiebeginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen und eine zuverlässige Verhütungsmethode angewendet werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A13-38: Teriflunomid - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A11-23: Fingolimod - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A15-12: Fingolimod - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A14-21: Fingolimod (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A21-159: Ponesimod (multiple Sklerose) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V
IQWiG A14-14: Dimethylfumarat - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A20-60: Alemtuzumab, Cladribin, Dimethylfumarat, Fingolimod, Natalizumab, Ocrelizumab und Teriflunomid zur Behandlung Erwachsener mit hochaktiver schubförmig-remittierender Multipler Sklerose
IQWiG A20-59: Ozanimod (Schubförmig remittierende Multiple Sklerose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-68: Dimethylfumarat (Schubförmig remittierende Multiple Sklerose bei Jugendlichen) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen