TCD bei Schlaganfall: Diagnostik von Gefäßverschlüssen
Hintergrund
Bei etwa 42 Prozent der Patienten mit einem akuten ischämischen Schlaganfall liegt ein Verschluss oder eine Stenose der großen intrakraniellen Arterien vor. Zugelassene Akuttherapien wie die intravenöse Thrombolyse und die mechanische Thrombektomie zielen auf die Rekanalisation dieser Gefäße ab.
Als Referenzstandard für die Diagnostik gelten die intraarterielle Angiographie (IA), die Computertomographie-Angiographie (CTA) sowie die Magnetresonanzangiographie (MRA).
Die transkranielle Doppler-Sonographie (TCD) und die transkranielle Farb-Doppler-Sonographie (TCCD) stellen schnelle und nicht-invasive Untersuchungsmethoden dar. Dieser Cochrane Review untersucht die diagnostische Genauigkeit dieser Ultraschallverfahren im Vergleich zu den Referenzstandards.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane Review eignen sich TCD und TCCD besonders als schnelle, nicht-invasive Triage-Instrumente, wenn eine CTA oder MRA nicht sofort verfügbar ist. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die hohe diagnostische Genauigkeit stark von der Erfahrung und den Fähigkeiten des Untersuchers abhängt.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review berichtet für die transkranielle Doppler- und Farb-Doppler-Sonographie eine gepoolte Sensitivität und Spezifität von jeweils 95 %. Die Verfahren zeigen eine besonders gute Leistung beim Ein- und Ausschluss von Verschlüssen der Arteria cerebri media (MCA).
Die Ultraschallverfahren gelten nicht als vollständiger Ersatz für Referenzstandards wie CTA oder MRA. Sie werden jedoch als nützlich eingestuft, um schnell diagnostische Informationen zu gewinnen, insbesondere wenn CT oder MRT nicht unmittelbar verfügbar sind.
Bei einer angenommenen Prävalenz von 42 % geht der Review davon aus, dass bei 1000 Untersuchungen etwa 21 Verschlüsse oder Stenosen fälschlicherweise übersehen werden. Gleichzeitig kommt es zu etwa 29 falsch-positiven Befunden.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Untersuchung von Fachpersonal mit ausreichender Erfahrung und den entsprechenden Fähigkeiten durchgeführt werden muss. Nur so kann die hohe diagnostische Genauigkeit erreicht werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Transcranial Doppler sonography for detecting stenosis or occlusion of intracranial arteries in people with acute ischaemic stroke (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Duplex ultrasound for diagnosing symptomatic carotid stenosis in the extracranial segments
Cochrane Review: Endovascular therapy versus medical treatment for symptomatic intracranial artery stenosis
StatPearls: Doppler Trans-Cranial Assessment, Protocols, and Interpretation
Cochrane Review: Percutaneous transluminal angioplasty and stenting for vertebral artery stenosis
Cochrane Review: Different types of percutaneous endovascular interventions for acute ischemic stroke
Cochrane Review: Prehospital stroke scales as screening tools for early identification of stroke and transient ischemic attack
Cochrane Review: Toe-brachial index and toe systolic blood pressure for the diagnosis of peripheral arterial disease
StatPearls: Stroke Imaging
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen