Anatomie der Gallenwege: Verlauf und Blutversorgung
Hintergrund
Die StatPearls-Übersicht beschreibt die komplexe Anatomie und Physiologie der Gallenwege. Die Galle wird in der Leber produziert und über ein verzweigtes Gangsystem, den sogenannten Gallenbaum, transportiert.
Die Hauptfunktion des Gallentrakts besteht in der Speicherung, Konzentration und Freisetzung von Galle. Diese unterstützt die Verdauung von Fetten und fettlöslichen Vitaminen sowie die Ausscheidung von Abfallprodukten wie Bilirubin.
Embryologisch entstehen die Gallenwege aus dem Vorderdarm. Während sich die intrahepatischen Gänge aus der kranialen Knospe des Leberdivertikels entwickeln, geht der extrahepatische Gallenbaum aus der kaudalen Knospe hervor.
Empfehlungen
Der Text fasst folgende anatomische und klinische Kernaspekte zusammen:
Anatomie der Gallenwege
Die intrahepatischen Gänge beginnen bei den Canaliculi und münden in den rechten (Ductus hepaticus dexter) und linken Lebergang (Ductus hepaticus sinister). Der extrahepatische Teil umfasst mehrere wichtige Strukturen, die sich in ihren Dimensionen unterscheiden.
| Struktur | Maße / Eigenschaften | Funktion / Besonderheit |
|---|---|---|
| Ductus hepaticus communis (CHD) | ca. 4 cm Länge | Entsteht aus rechtem und linkem Lebergang |
| Ductus cysticus | ca. 7 mm Durchmesser | Ausflusstrakt der Gallenblase, enthält Heister-Klappen |
| Ductus choledochus (CBD) | < 6 mm Breite, 6-8 cm Länge | Entsteht aus CHD und Ductus cysticus |
Blutversorgung und Innervation
Die arterielle Versorgung stammt aus dem Truncus coeliacus. Es wird hervorgehoben, dass der supraduodenale Teil des Ductus choledochus die geringste Blutversorgung erhält und daher besonders anfällig für Ischämien ist.
Die Innervation erfolgt durch sympathische und parasympathische Fasern. Die Kontraktion der Gallenblase wird primär durch das Hormon Cholecystokinin (CCK) und den Nervus vagus vermittelt.
Chirurgische Aspekte
Bei einer Cholezystektomie wird die Identifikation des Calot-Dreiecks zur Vermeidung von Gallengangsverletzungen beschrieben. Dieses wird durch den unteren Leberrand, den Ductus hepaticus communis und den Ductus cysticus begrenzt.
Um Verletzungen zu vermeiden, wird die Etablierung eines Critical View of Safety als essenziell beschrieben. Dabei dürfen nur der Ductus cysticus und die Arteria cystica zur Ligatur freigelegt werden.
Klinische Pathologien
Der Text beschreibt verschiedene klinische Relevanzen des Gallensystems:
-
Gallengangsatresie: Häufigste Ursache für konjugierte Hyperbilirubinämie bei Säuglingen, erfordert oft eine Kasai-Portoenterostomie.
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Cholezystitis: Meist verursacht durch eine Obstruktion des Ductus cysticus durch Gallensteine.
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Mirizzi-Syndrom: Eine schwere Obstruktion im Ductus cysticus komprimiert den benachbarten Ductus hepaticus communis und führt zu Ikterus.
💡Praxis-Tipp
Der Text warnt davor, dass der supraduodenale Abschnitt des Ductus choledochus die geringste arterielle Blutversorgung aufweist. Es wird betont, dass diese Region besonders anfällig für ischämische Schäden ist, was insbesondere bei Lebertransplantationen oder komplexen biliären Eingriffen berücksichtigt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird das Calot-Dreieck kranial durch den unteren Leberrand, medial durch den Ductus hepaticus communis und lateral durch den Ductus cysticus begrenzt. Es enthält wichtige Strukturen wie die Arteria cystica und den Mascagni-Lymphknoten.
Der Text gibt an, dass die normale Breite des Ductus choledochus (CBD) weniger als 6 Millimeter betragen sollte. Die Länge variiert typischerweise zwischen 6,0 und 8,0 Zentimetern.
Es werden verschiedene Varianten beschrieben, darunter eine Trifurkation der Lebergänge oder das Vorhandensein eines akzessorischen Ganges (Luschka-Gang). Auch ein tiefer Zusammenschluss von Ductus cysticus und Ductus hepaticus communis wird in der Literatur erwähnt.
Das Mirizzi-Syndrom wird als ein Zustand beschrieben, bei dem ein großer Gallenstein im Ductus cysticus den benachbarten Ductus hepaticus communis komprimiert. Dies führt neben den klassischen Symptomen einer Cholezystitis auch zu einem obstruktiven Ikterus.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Biliary Ducts (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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