Spondylodiszitis: MRT-Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die Spondylodiszitis ist eine seltene, aber zunehmende Infektion der Bandscheibe und der angrenzenden Wirbelkörper. Ohne adäquate Therapie weist die Erkrankung eine hohe Mortalität von bis zu 15 bis 20 Prozent auf.
Man unterscheidet unspezifische (pyogene) und spezifische (z. B. durch Tuberkulose oder Pilze bedingte) Formen. Die Erregerausbreitung erfolgt meist hämatogen, per continuitatem oder durch direkte Inokulation nach operativen Eingriffen.
Zu den häufigsten Erregern der unspezifischen Form zählt Staphylococcus aureus. Bei postoperativen Infektionen spielen zunehmend auch koagulasenegative Staphylokokken und Cutibakterien eine Rolle.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Anordnung von MRT-Verlaufskontrollen bei asymptomatischen Behandelten. Die Leitlinie warnt davor, da radiologische Veränderungen wie Knochenmarködeme oft noch Monate nach klinischer Ausheilung persistieren und fälschlicherweise als Therapieversagen interpretiert werden können. Es wird betont, dass eine erneute Bildgebung nur bei klinischem Verdacht auf ein Therapieversagen oder bei neuen neurologischen Defiziten erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt bei einer nativer pyogener Spondylodiszitis mit Erregernachweis in der Regel eine sechswöchige Antibiotikatherapie. Bei Risikofaktoren oder fehlendem Therapieerfolg sollte eine Verlängerung interdisziplinär abgestimmt werden.
Zur Basisdiagnostik wird die Bestimmung des C-reaktiven Proteins (CRP) und der Leukozytenzahl empfohlen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) gilt laut Leitlinie als unspezifisch und soll nicht mehr angewendet werden.
Eine absolute und notfallmäßige Operationsindikation besteht gemäß Leitlinie bei gravierenden neurologischen Ausfällen, einer drohenden Querschnittslähmung oder einer durch die Infektion bedingten Sepsis. Auch bei Therapieversagen der konservativen Behandlung wird ein operatives Vorgehen empfohlen.
Es wird empfohlen, innerhalb von 24 Stunden mindestens drei Blutkulturpaare (aerob und anaerob) abzunehmen. Dies soll laut Leitlinie auch bei afebrilen oder bereits antibiotisch anbehandelten Personen erfolgen.
Nein, die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Schichtbild-Verlaufskontrolle ab, wenn ein guter klinischer Verlauf vorliegt. Ein MRT ist nur bei Verdacht auf ein Therapieversagen oder bei neuen neurologischen Symptomen indiziert.
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Quelle: DGOOC: Diagnostik und Therapie der Spondylodiszitis (DGOOC, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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