Sofosbuvir: Tacrolimus-Interaktion und Spiegelkontrolle
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf einem Bewertungsbericht des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu Sofosbuvir.
Bei Personen, die wegen einer Hepatitis-C-Infektion mit direkt wirkenden Virostatika (DAA) wie Sofosbuvir behandelt werden, kann es zu relevanten Veränderungen im Medikamentenabbau kommen. Dies betrifft insbesondere die gleichzeitige Einnahme von Immunsuppressiva wie Tacrolimus.
Der Mechanismus beruht auf der Umkehr einer krankheitsbedingten Enzymhemmung. Die chronische Entzündung bei Hepatitis C führt zu einer Herabregulation von abbauenden Enzymen in der Leber, wie beispielsweise CYP3A.
Eine erfolgreiche antivirale Therapie mit Sofosbuvir führt zu einer raschen Viruselimination und normalisiert die Leberfunktion. Dadurch wird der Abbau von CYP3A-Substraten wieder beschleunigt, was zu einem Abfall der Wirkstoffspiegel führen kann.
💡Praxis-Tipp
Laut EMA-Bericht sollte bei Beginn einer Hepatitis-C-Therapie mit Sofosbuvir mit einem Abfall der Spiegel von CYP3A-Substraten wie Tacrolimus gerechnet werden, da die abklingende Leberentzündung den Medikamentenabbau beschleunigt.
Häufig gestellte Fragen
Sofosbuvir heilt die Hepatitis-C-Infektion und reduziert die Leberentzündung. Dadurch erholen sich die Leberenzyme (wie CYP3A), was den Abbau von Tacrolimus beschleunigt.
Laut EMA-Bericht gibt es keine pauschale Empfehlung zur Dosisanpassung. Es wird jedoch ein engmaschiges Monitoring empfohlen, um die Dosis bei Bedarf individuell anzupassen.
Der Bericht weist darauf hin, dass auch andere in der Leber metabolisierte Medikamente mit geringer therapeutischer Breite betroffen sein können. Dies betrifft insbesondere Substrate des Enzyms CYP3A.
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Quelle: Protopic®: Herpes-simplex-Infektion am Auge (BfArM, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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