Sichere Geburt: Checkliste zur Komplikationsprävention

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der "Safe Childbirth Checklist" der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dieses Instrument wurde entwickelt, um die mütterliche und neonatale Sterblichkeit durch standardisierte klinische Abläufe zu senken.

Die Leitlinie gliedert den geburtshilflichen Prozess in vier kritische Phasen. Diese umfassen die stationäre Aufnahme, die Phase unmittelbar vor der Entbindung, die erste Stunde nach der Geburt sowie die Vorbereitung auf die Entlassung.

Ziel ist es, lebensbedrohliche Komplikationen wie postpartale Hämorrhagien, Infektionen und hypertensive Entgleisungen frühzeitig zu erkennen. Durch strukturierte Kontrollen soll eine zeitgerechte und adäquate Therapie für Mutter und Kind sichergestellt werden.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie strukturiert das geburtshilfliche Management in vier aufeinanderfolgende Phasen. Vor jeder Medikamentengabe wird eine routinemäßige Abfrage von Allergien empfohlen.

Bei der stationären Aufnahme

Laut Leitlinie wird bei Vorliegen von Warnzeichen wie Blutungen, starken Bauchschmerzen, Sehstörungen oder fehlender Urinausscheidung die sofortige Hinzuziehung von ärztlicher Hilfe empfohlen. Es wird zudem das Führen eines Partogramms ab einer Muttermundsweite von 4 cm angeraten.

Die Indikationsstellung für eine medikamentöse Therapie der Mutter richtet sich nach folgenden klinischen Kriterien:

MedikamentenklasseIndikationskriterienZielwerte / Anmerkungen
AntibiotikaTemperatur ≥38 °C, übelriechender Ausfluss, Blasensprung >18 hPrävention und Therapie von Infektionen
MagnesiumsulfatDiastolischer RR ≥110 mmHg + 3+ Proteinurie ODER diastolischer RR ≥90 mmHg + 2+ Proteinurie + Symptome (Kopfschmerz, Sehstörung, Epigastriums-Schmerz)Prävention von Eklampsie
AntihypertensivaSystolischer Blutdruck >160 mmHgZielblutdruck: <150/100 mmHg

Unmittelbar vor der Entbindung

Für die Versorgung der Mutter wird die Bereitstellung von 10 Einheiten Oxytocin empfohlen. Die Leitlinie rät zu folgendem standardisierten Ablauf nach der Geburt des Kindes:

  • Gabe von Oxytocin innerhalb der ersten Minute nach Geburt

  • Entwicklung der Plazenta innerhalb von 1 bis 3 Minuten

  • Uterusmassage nach der Plazentageburt

  • Kontrolle der Uteruskontraktion

Für das Neugeborene wird das sofortige Abtrocknen und Warmhalten empfohlen. Bei fehlender Spontanatmung rät die Leitlinie zur Stimulation und zum Freimachen der Atemwege, gefolgt von einer Maskenbeatmung bei anhaltender Apnoe.

Innerhalb der ersten Stunde nach Geburt

Bei abnormalen mütterlichen Blutungen wird eine sofortige Uterusmassage, die Gabe weiterer Uterotonika sowie eine intravenöse Volumentherapie empfohlen. Die Ursachensuche (Atonie, Plazentareste, Risse) sollte laut Leitlinie parallel erfolgen.

Für das Neugeborene gelten spezifische Kriterien für eine Antibiotikatherapie oder eine intensivierte Überwachung:

MaßnahmeIndikationskriterien beim Neugeborenen
AntibiotikagabeMütterliche Infektion unter der Geburt, Atemfrequenz >60/min oder <30/min, Einziehungen, Stöhnen, Krämpfe, Temperatur <35 °C oder ≥38 °C
Intensivierte ÜberwachungFrühgeburt (>1 Monat), Geburtsgewicht <2500 g, Reanimationsbedarf, Antibiotikabedarf

Vor der Entlassung

Die Leitlinie empfiehlt einen stationären Aufenthalt von mindestens 24 Stunden nach der Entbindung. Eine Entlassung sollte bei auffälligem Blutdruck, anhaltenden Blutungen oder Fütterungsproblemen des Neugeborenen verschoben werden.

Es wird angeraten, die Mutter über familiäre Verhütungsmethoden aufzuklären. Zudem wird die Aufklärung über mütterliche und kindliche Warnzeichen (wie Fieber, Trinkschwäche oder Ikterus) für die Zeit nach der Entlassung empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungsangabe für die geburtshilfliche Routineversorgung:

MedikamentDosierungIndikation / Zeitpunkt
Oxytocin10 EinheitenPostpartale Blutungsprophylaxe (Gabe innerhalb 1 Minute nach Geburt)
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist das proaktive Temperatur- und Blutdruckmanagement. Es wird empfohlen, bei einem systolischen Blutdruck über 160 mmHg umgehend antihypertensiv zu intervenieren, um den Zielwert von unter 150/100 mmHg zu erreichen. Zudem wird betont, dass Oxytocin zur Blutungsprophylaxe strikt innerhalb der ersten Minute nach der Geburt verabreicht werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die Gabe bei einem diastolischen Blutdruck von ≥110 mmHg mit 3+ Proteinurie. Alternativ wird die Gabe bei einem diastolischen Wert von ≥90 mmHg mit 2+ Proteinurie empfohlen, sofern zusätzliche Symptome wie starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen vorliegen.

Eine mütterliche Antibiotikatherapie wird bei einer Körpertemperatur von ≥38 °C oder bei übelriechendem vaginalem Ausfluss empfohlen. Ebenso rät die Leitlinie zur Antibiose bei einem Blasensprung, der länger als 18 Stunden zurückliegt.

Laut Leitlinie wird zunächst das Abtrocknen, Warmhalten und Stimulieren des Kindes empfohlen. Bleibt die Spontanatmung aus, wird zum Abnabeln, Freimachen der Atemwege und zur sofortigen Maskenbeatmung geraten.

Es wird empfohlen, die Entlassung zu verschieben, wenn die Mutter abnormale Blutungen oder einen entgleisten Blutdruck aufweist. Auch bei Fütterungsproblemen oder einer Indikation zur Antibiotikagabe beim Neugeborenen rät die Leitlinie von einer frühen Entlassung ab.

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Quelle: Before birth (WHO, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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