Säuglingsnahrung: Zubereitung und Infektionsprävention

Diese Leitlinie stammt aus 2012 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2012)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie thematisiert die sichere Zubereitung, Lagerung und Handhabung von pulverförmiger Säuglingsnahrung (PIF). Es wird betont, dass diese Produkte herstellungsbedingt nicht steril sind.

Laut Leitlinie besteht ein potenzielles Risiko für schwere Infektionen, insbesondere durch Enterobacter sakazakii und Salmonella enterica. Zu den Hochrisikogruppen zählen Frühgeborene, Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht (unter 2,5 kg) sowie immunsupprimierte Kinder.

Es wird darauf hingewiesen, dass rekonstituierte Säuglingsnahrung ein ideales Milieu für das Wachstum von Pathogenen bietet. Eine korrekte Zubereitung und Handhabung kann das Infektionsrisiko jedoch drastisch senken.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Handhabung von pulverförmiger Säuglingsnahrung:

Allgemeine Prinzipien und Hygiene

Für Hochrisiko-Säuglinge wird primär die Verwendung von kommerziell steriler, flüssiger Säuglingsnahrung empfohlen.

Vor der Zubereitung wird eine gründliche Händehygiene sowie die Reinigung und Desinfektion der Arbeitsflächen empfohlen. Die Leitlinie betont, dass sämtliche Fütterungs- und Zubereitungsutensilien vor dem Gebrauch gründlich gereinigt und sterilisiert werden müssen.

Zubereitung der Nahrung

Es wird empfohlen, das Wasser abzukochen und anschließend auf eine Temperatur von mindestens 70 °C abkühlen zu lassen. Laut Leitlinie inaktiviert diese Temperatur eventuell vorhandene Erreger wie Enterobacter sakazakii im Pulver effektiv.

Nach dem Mischen soll die Nahrung gemäß Leitlinie schnellstmöglich auf Fütterungstemperatur abgekühlt werden, beispielsweise unter fließendem kalten Wasser. Es wird dringend davon abgeraten, Mikrowellen für die Zubereitung oder das Aufwärmen zu verwenden, da ungleichmäßige Erhitzung zu Verbrühungen führen kann.

Fütterung und Lagerung

Die Leitlinie empfiehlt, zubereitete Nahrung, die nicht innerhalb von zwei Stunden konsumiert wird, zu verwerfen.

Falls eine Vorab-Zubereitung notwendig ist, wird eine sofortige Kühlung und anschließende Lagerung im Kühlschrank bei maximal 5 °C empfohlen. Unter diesen Bedingungen kann die Nahrung laut Leitlinie für bis zu 24 Stunden aufbewahrt werden.

Beim Wiedererwärmen gelagerter Nahrung wird eine Aufwärmzeit von maximal 15 Minuten empfohlen.

Zielwerte und Zeitvorgaben

Die Leitlinie definiert folgende kritische Parameter für die sichere Handhabung:

ParameterEmpfohlener ZielwertBegründung laut Leitlinie
Wassertemperatur zur Rekonstitution≥ 70 °CAbtötung von E. sakazakii im Pulver
Lagerungstemperatur (Kühlschrank)≤ 5 °CHemmung des Bakterienwachstums
Maximale Lagerungsdauer (Kühlschrank)24 StundenVermeidung von Verderb durch kältetolerante Keime
Maximale Aufbewahrung (Raumtemperatur)2 StundenMinimierung der Keimvermehrung
Maximale Aufwärmzeit15 MinutenVermeidung langer Phasen in kritischen Temperaturbereichen

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von Mikrowellen zur Zubereitung oder zum Aufwärmen der Nahrung. Es wird darauf hingewiesen, dass dies zu ungleichmäßiger Erhitzung und sogenannten "Hot Spots" führt, die den Mund des Säuglings verbrühen können.

Zudem wird davor gewarnt, Wasser mit einer Temperatur von etwa 50 °C zur Rekonstitution zu verwenden. Laut Leitlinie führt dies zum größten Risikoanstieg für bakterielles Wachstum, sofern die Nahrung nicht sofort konsumiert wird.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen und häuslichen Alltag ist die Verwendung von zu kühlem Wasser bei der Zubereitung. Die Leitlinie betont kontraintuitiv, dass das Wasser zur Rekonstitution zwingend mindestens 70 °C heiß sein muss, um Erreger wie Enterobacter sakazakii abzutöten. Anschließend muss die Nahrung aktiv und schnell auf Fütterungstemperatur heruntergekühlt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie warnt davor, da diese Temperatur nicht ausreicht, um pathogene Keime wie Enterobacter sakazakii abzutöten. Stattdessen bietet sie laut Leitlinie optimale Bedingungen für das Bakterienwachstum, was das Infektionsrisiko massiv erhöht.

Es wird empfohlen, zubereitete Nahrung bei Raumtemperatur nach spätestens zwei Stunden zu verwerfen. Die Leitlinie begründet dies mit dem potenziellen Wachstum von Bakterien, die während der Zubereitung oder durch den Speichel des Säuglings in die Flasche gelangt sind.

Laut Leitlinie kann korrekt zubereitete und sofort heruntergekühlte Nahrung bei maximal 5 °C im Kühlschrank gelagert werden. Es wird empfohlen, diese Vorräte innerhalb von 24 Stunden aufzubrauchen.

Die Leitlinie identifiziert Neugeborene, Säuglinge unter zwei Monaten sowie Frühgeborene als Hochrisikogruppen. Ebenso wird ein erhöhtes Risiko für Säuglinge mit einem Geburtsgewicht unter 2,5 kg sowie für immunsupprimierte Kinder beschrieben.

Es wird strikt davon abgeraten, Nahrungsreste aufzubewahren oder einer frisch zubereiteten Mahlzeit beizumischen. Die Leitlinie empfiehlt, alle Reste nach der Fütterung sofort zu verwerfen.

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Quelle: Safe preparation, storage and handling of powdered infant formula: guidelines (WHO, 2012). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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