Neonataler Pneumothorax: Punktion vs. Thoraxdrainage
Hintergrund
Ein Pneumothorax tritt in der Neonatalperiode häufiger auf als in jeder anderen Lebensphase. Er ist mit einer erhöhten Morbidität und Mortalität bei Neugeborenen assoziiert.
Zur Behandlung stehen grundsätzlich zwei Verfahren zur Verfügung. Dies sind die Nadelpunktion, welche mit einer Spritze oder einem Angiokatheter durchgeführt wird, sowie die Einlage einer interkostalen Thoraxdrainage.
Die Thoraxdrainage wird typischerweise im vorderen Pleuraspalt platziert. Sie wird anschließend mit einem Heimlich-Ventil oder einem Wasserschloss mit kontinuierlichem Sog verbunden. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass eine primäre Nadelpunktion bei einem neonatalen Pneumothorax die Anlage einer invasiveren Thoraxdrainage in vielen Fällen überflüssig machen kann. Dennoch wird betont, dass die aktuelle Studienlage für eine abschließende Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit noch unzureichend ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz, um die Überlegenheit der Nadelpunktion oder der Thoraxdrainage eindeutig zu belegen. Beide Verfahren zeigten in den untersuchten Studien keine signifikanten Unterschiede bei der Mortalität.
Der Review zeigt, dass eine Nadelpunktion den Bedarf an einer Thoraxdrainage reduzieren kann. In den Studien benötigten 30 % der Neugeborenen nach einer einfachen Punktion mit sofortiger Nadelentfernung keine weitere Drainage.
Wenn der Angiokatheter in situ belassen wurde, war laut den Studiendaten bei keinem der Neugeborenen eine anschließende Thoraxdrainage erforderlich. Die Gesamtqualität dieser Evidenz wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Needle aspiration versus intercostal tube drainage for pneumothorax in the newborn (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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