Magenkarzinom: HIPEC-Therapie und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Das Magenkarzinom mit peritonealer Metastasierung geht mit einer schlechten Prognose einher und gilt in der Regel als unheilbar. Zur Prävention und Behandlung dieser Metastasen wird die intraperitoneale Chemotherapie (IPC) in der Praxis untersucht.
Bisherige klinische Studien zeigten jedoch widersprüchliche Ergebnisse, was zu inkonsistenten Leitlinienempfehlungen führte. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2025 hat nun die Nutzen und Risiken der IPC umfassend evaluiert.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews. Es wurden neun randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 829 Teilnehmern eingeschlossen, wobei die meisten Studien aus dem asiatischen Raum stammen.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review warnt davor, die intraperitoneale Chemotherapie (wie HIPEC) beim Magenkarzinom unkritisch als Standardtherapie anzusehen. Da die aktuelle Evidenz von sehr geringer Qualität ist und überwiegend auf asiatischen Populationen basiert, wird eine zurückhaltende Interpretation der Überlebensvorteile im klinischen Alltag angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen Cochrane Review gibt es Hinweise auf einen möglichen Überlebensvorteil sowohl beim prophylaktischen als auch beim therapeutischen Einsatz. Die Evidenzqualität wird jedoch als sehr niedrig eingestuft, weshalb keine definitiven Aussagen getroffen werden können.
Die Meta-Analyse zeigt, dass die IPC wahrscheinlich kaum oder keinen Einfluss auf die Rate an Anastomoseninsuffizienzen hat. Dies gilt sowohl für den prophylaktischen als auch für den therapeutischen Ansatz.
Der Review schlussfolgert, dass die aktuelle Datenlage nicht ausreicht, um den routinemäßigen Einsatz der IPC bei Personen mit Magenkarzinom zu empfehlen. Es werden weitere qualitativ hochwertige Studien, insbesondere in nicht-asiatischen Populationen, gefordert.
Bei der therapeutischen Anwendung zeigt die IPC laut den vorliegenden Daten kaum oder keinen Unterschied in der Lebensqualität im Vergleich zur alleinigen zytoreduktiven Chirurgie. Für den prophylaktischen Einsatz lagen den Autoren keine Daten zur Lebensqualität vor.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Intraperitoneal chemotherapy for gastric cancer (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Cryotherapy for liver metastases
Cochrane Review: Preoperative combined mechanical and oral antibiotic bowel preparation for preventing complications in elective colorectal surgery
Cochrane Review: Neoadjuvant chemotherapy before surgery versus surgery followed by chemotherapy for initial treatment in advanced epithelial ovarian cancer
Cochrane Review: Antecolic versus retrocolic reconstruction after partial pancreaticoduodenectomy
Cochrane Review: Management of drainage for malignant ascites in gynaecological cancer
Cochrane Review: Combined intermittent pneumatic leg compression and pharmacological prophylaxis for prevention of venous thromboembolism
Cochrane Review: Interventions for the management of malignant pleural effusions: a network meta-analysis
Cochrane Review: Chemotherapy versus surgery for initial treatment in advanced ovarian epithelial cancer
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen