Körperliche Fixierung (FEM): Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Körperliche Fixierungen (wie Bettgitter oder Gurte) werden in der Langzeitpflege häufig eingesetzt, meist um Stürze zu vermeiden. Der vorliegende Cochrane Review zeigt jedoch, dass diese Maßnahmen Stürze nicht effektiv verhindern und stattdessen zu negativen Folgen wie verminderter Mobilität oder direkten Verletzungen führen können.
Aus diesem Grund empfehlen Leitlinien zunehmend eine pflegerische Umgebung, die auf freiheitsentziehende Maßnahmen verzichtet. Der Review untersucht verschiedene Interventionsansätze, um den Einsatz von Fixierungen bei älteren Menschen in Pflegeeinrichtungen zu reduzieren.
Dabei werden vor allem komplexe organisatorische Maßnahmen, einfache Schulungsprogramme für das Personal sowie die Bereitstellung von Informationen zum individuellen Sturzrisiko miteinander verglichen.
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass körperliche Fixierungen nicht vor Stürzen schützen, sondern das Sturzrisiko sogar erhöhen können. Es wird hervorgehoben, dass eine erfolgreiche Reduktion von Fixierungen in Pflegeeinrichtungen nicht allein durch Personalschulungen erreicht wird, sondern einen institutionellen Kulturwandel erfordert.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass eine Reduktion körperlicher Fixierungen nicht mit einem Anstieg von Stürzen oder sturzbedingten Verletzungen einhergeht. Fixierungen werden nicht als wirksames Mittel zur Sturzprävention bewertet.
Laut Review sind komplexe organisatorische Maßnahmen am wirksamsten. Diese kombinieren Personalschulungen mit der Ausbildung von Multiplikatoren und zielen auf eine Änderung der gesamten Pflegekultur ab.
Die Autoren schlussfolgern, dass einfache Aufklärungsmaßnahmen ohne einen begleitenden organisatorischen Ansatz ineffektiv zu sein scheinen. Die Evidenz zeigt hier keine verlässliche Reduktion der Fixierungsraten.
Ja, der Review schließt Bettgitter explizit in die Definition von körperlichen Fixierungen ein. Sie stellen in Pflegeheimen die am häufigsten verwendete Methode der freiheitsentziehenden Maßnahmen dar.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Interventions for preventing and reducing the use of physical restraints for older people in all long-term care settings (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Personally tailored activities for improving psychosocial outcomes for people with dementia in long-term care
Cochrane Review: Simulated presence therapy for dementia
Cochrane Review: Non-pharmacological interventions for preventing delirium in hospitalised non-ICU patients
Cochrane Review: Interventions for preventing delirium in older people in institutional long-term care
Cochrane Review: Psychological and educational interventions for preventing falls in older people living in the community
Cochrane Review: Risk assessment for aggressive behaviour in schizophrenia
Cochrane Review: Exercise for acutely hospitalised older medical patients
Cochrane Review: Enhanced rehabilitation and care models for adults with dementia following hip fracture surgery
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen