Klonus: Diagnostik bei Läsionen des 1. Motoneurons
Hintergrund
Laut der StatPearls-Zusammenfassung ist ein Klonus ein rhythmischer, oszillierender Dehnungsreflex. Er tritt typischerweise in Verbindung mit einer Hyperreflexie auf und ist ein klassisches Zeichen für eine Läsion des ersten Motoneurons (Upper Motor Neuron).
Die genaue Pathophysiologie ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine verminderte tonische Hemmung der Motoneuronen durch absteigende Bahnen zu einer Übererregbarkeit im Dehnungsreflexkreis führt.
Die Frequenz des Klonus hängt von der Länge der beteiligten Nervenbahnen ab. Gelenke, die näher am Rückenmark liegen, wie das Handgelenk, weisen eine höhere Oszillationsfrequenz auf als weiter entfernte Gelenke wie das Sprunggelenk.
Empfehlungen
Untersuchungstechnik
Die Leitlinie beschreibt die klinische Prüfung des Klonus als einfache, kostenneutrale Untersuchung, für die in der Regel kein spezielles Equipment erforderlich ist. Am häufigsten wird der Klonus am Sprunggelenk getestet:
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Das Bein wird mit leicht gebeugtem Knie und Sprunggelenk entspannt gelagert.
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Der Fuß wird zügig nach dorsal flektiert (Dorsalextension).
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Der Untersucher hält den Druck in Dorsalextension aufrecht, um die rhythmischen Plantarflexionen zu spüren.
Ein ähnliches Vorgehen wird für die Patella beschrieben. Hierbei wird die Kniescheibe bei gestrecktem Bein zügig nach distal geschoben und der Druck aufrechterhalten.
Klinische Bewertung
Ein Klonus gilt bei Erwachsenen laut Leitlinie im Allgemeinen als pathologisch. Bei reifgeborenen Säuglingen können wenige Schläge physiologisch sein.
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Ein Klonus von mehr als 10 Schlägen wird als anhaltender Klonus (sustained clonus) definiert.
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In der Reflexprüfung wird dies häufig mit dem Grad 5 (oder Grad 4 mit entsprechendem Vermerk) dokumentiert.
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Ein positiver Befund deutet auf eine Schädigung des zentralen Nervensystems hin, beispielsweise durch Schlaganfälle, Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen.
Toxikologische Bedeutung
Die Leitlinie hebt hervor, dass ein Klonus auch iatrogen oder toxikologisch bedingt sein kann.
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Er ist ein wichtiges diagnostisches Kriterium bei Verdacht auf ein Serotoninsyndrom.
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Auslöser können Antidepressiva (SSRI, SNRI, MAO-Hemmer) oder illegale Drogen (Kokain, Ecstasy) sein.
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Bei einer Überdosis von Tramadol kann das Auftreten eines Klonus prädiktiv für drohende Krampfanfälle sein.
💡Praxis-Tipp
Ein Klonus am Sprunggelenk ist ein wichtiges Warnsignal für ein Serotoninsyndrom bei Personen, die serotonerge Medikamente einnehmen. Die Leitlinie betont zudem, dass das Auftreten eines Klonus bei einer Tramadol-Intoxikation als prädiktiver Marker für drohende Krampfanfälle gewertet wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der Fuß bei entspanntem Bein zügig nach dorsal flektiert. Anschließend wird der Druck in Dorsalextension aufrechterhalten, um die rhythmischen Muskelkontraktionen zu tasten.
Bei Erwachsenen ist ein Klonus generell als pathologisch zu werten. Ein Befund von mehr als 10 Schlägen wird gemäß der Leitlinie als anhaltender Klonus definiert und in der Reflexskala oft mit dem Grad 5 dokumentiert.
Ein Klonus tritt häufig im Rahmen eines Serotoninsyndroms auf. Dieses kann durch Antidepressiva wie SSRI, SNRI, MAO-Hemmer oder trizyklische Antidepressiva sowie durch Drogen wie Kokain oder Ecstasy verursacht werden.
Die StatPearls-Zusammenfassung nennt Läsionen des ersten Motoneurons als Hauptursache. Dazu zählen unter anderem Schlaganfälle, Multiple Sklerose, Zerebralparesen und Rückenmarksverletzungen.
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Quelle: StatPearls: Clonus (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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