ICSI vs. IVF: Indikation nach Spermiogramm-Parametern
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit einer systematischen Nutzenbewertung. Ziel war es, Spermiogrammparameter für die Indikationsstellung zur Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) anstelle der In-vitro-Fertilisation (IVF) zu identifizieren.
Zusätzlich sollte untersucht werden, ob ein Fertilisationsversagen in einem vorausgegangenen IVF-Versuch eine ICSI-Behandlung bei Paaren mit ungewollter Kinderlosigkeit rechtfertigt. Hierfür wurde eine systematische Literaturrecherche nach randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) durchgeführt.
Der Surrogatendpunkt des In-vitro-Fertilisationserfolgs konnte mangels ausreichender Daten nicht für den patientenrelevanten Endpunkt der Lebendgeburt validiert werden. Daher wurde dieser Endpunkt in der finalen Bewertung des Berichts nicht berücksichtigt.
💡Praxis-Tipp
Bei Paaren mit idiopathischer Infertilität und normalem Spermiogramm (Normozoospermie) zeigt die aktuelle Studienlage laut IQWiG keinen klinischen Vorteil der ICSI gegenüber der klassischen IVF. Weder bei den Lebendgeburten noch bei den Komplikationsraten wie dem ovariellen Hyperstimulationssyndrom (OHSS) lassen sich signifikante Unterschiede belegen.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass die aktuelle Studienlage nicht ausreicht, um spezifische Spermiogrammparameter für eine ICSI-Indikation zu definieren. Die verfügbaren Studien untersuchten ausschließlich Männer mit Normozoospermie.
Laut Bericht gibt es bei Paaren mit idiopathischer Infertilität und normalem Spermiogramm keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Lebendgeburtenrate zwischen ICSI und IVF.
Zur Frage, ob ein Fertilisationsversagen im vorausgegangenen IVF-Versuch eine ICSI rechtfertigt, liegen laut IQWiG keine randomisierten kontrollierten Studien vor. Eine evidenzbasierte Bewertung ist daher aktuell nicht möglich.
Eine Meta-Analyse von drei Studien im Rahmen des Berichts zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied bei den Fehlgeburtsraten zwischen den beiden Verfahren, sofern ein normales Spermiogramm vorliegt.
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Quelle: IQWiG N12-02: Spermiogrammparameter für eine Indikation zur Intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) statt In-vitro-Fertilisation (IVF) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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