Gicht: Diagnostik, Akuttherapie und Harnsäuresenkung
Hintergrund
Die Gicht hat sich von einer Erkrankung wohlhabender Schichten zu einer echten Volkskrankheit entwickelt. Die S3-Leitlinie der DGIM liefert hierzu aktualisierte, evidenzbasierte Fakten zur Diagnostik und Therapie.
In den vergangenen Jahren haben sich die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten deutlich erweitert. Neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung, insbesondere zur Rolle Interleukin-1-abhängiger Stoffwechselwege, tragen zu einem besseren Verständnis der Pathophysiologie bei.
Das übergeordnete Ziel der Leitlinie ist es, die mit der Gicht verbundene Morbidität und Mortalität langfristig zu minimieren. Dies betrifft nicht nur die Vermeidung von Gelenkdestruktionen, sondern auch den Schutz innerer Organe.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie stellt klar, dass eine harnsäuresenkende Therapie mit Xanthinoxidasehemmern bereits innerhalb der ersten 14 Tage nach Beginn eines akuten Gichtanfalls gestartet werden kann. Zudem wird hervorgehoben, dass bei Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Diabetes der Einsatz von SGLT2-Inhibitoren aufgrund ihrer harnsäuresenkenden Begleitwirkung vorteilhaft ist.
Häufig gestellte Fragen
Zur Akuttherapie empfiehlt die Leitlinie den zeitnahen Einsatz von Colchicin, Glukokortikoiden oder NSAR. Die Auswahl richtet sich nach den individuellen Begleiterkrankungen und Kontraindikationen.
Ein Beginn mit Allopurinol oder Febuxostat wird insbesondere bei mehr als einem Gichtanfall pro Jahr oder bei Gelenkdestruktionen empfohlen. Der Start kann bereits innerhalb der ersten 14 Tage des akuten Anfalls erfolgen.
Die Leitlinie definiert einen Serumharnsäurewert von unter 6 mg/dl als langfristiges Therapieziel. Die DEGAM merkt in einem Sondervotum jedoch an, dass im hausärztlichen Alltag die klinische Reduktion der Gichtlast im Vordergrund stehen kann.
Bei Vorliegen von Komorbiditäten wie Diabetes, Nieren- oder Herzinsuffizienz können SGLT2-Inhibitoren eingesetzt werden. Sie weisen laut Leitlinie einen günstigen, harnsäuresenkenden Nebeneffekt auf.
Der Interleukin-1-Hemmer Canakinumab kann bei rezidivierenden Gichtanfällen erwogen werden. Dies gilt für Fälle, in denen die Standardmedikation nicht ausreichend wirksam ist.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Gicht (DGIM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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