FSME: Risikogebiete, Impfempfehlung und Diagnostik
Hintergrund
Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht jährlich aktualisierte Daten zur Epidemiologie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Im Jahr 2026 sind deutschlandweit 185 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen.
Zu den Hauptrisikogebieten zählen Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Sachsen sowie Teile Thüringens, Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Neu hinzugekommen sind der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle (Saale).
Die Inzidenz steigt ab dem 40. Lebensjahr deutlich an, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Übertragung erfolgt primär durch Zeckenstiche, in seltenen Fällen auch durch den Verzehr von Rohmilchprodukten.
💡Praxis-Tipp
Ein positiver FSME-Antikörpernachweis bei geimpften Personen oder bei Erkrankten außerhalb bekannter Risikogebiete ist laut RKI mit Vorsicht zu interpretieren. Es wird darauf hingewiesen, dass Kreuzreaktionen durch andere Flaviviren (wie das zunehmend in Deutschland auftretende West-Nil-Virus) oder durch Impfungen gegen Gelbfieber und Dengue zu falsch-positiven Ergebnissen führen können. In diesen Fällen wird die Einsendung einer Probe an das Konsiliarlabor zur Bestätigung empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut RKI wurden im Jahr 2026 der Landkreis Nordsachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) neu als FSME-Risikogebiete eingestuft. Damit gibt es in Deutschland aktuell 185 ausgewiesene Risikogebiete.
Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die in ausgewiesenen Risikogebieten einer Zeckenexposition ausgesetzt sind. Die Leitlinie betont besonders die Wichtigkeit der Impfung für Personen über 60 Jahre, da diese ein höheres Risiko für schwere Verläufe haben.
Ja, die Leitlinie beschreibt, dass ein kleiner Anteil der FSME-Erkrankungen durch den Verzehr von infizierter Rohmilch (insbesondere Ziegenrohmilch) übertragen wird. Der überwiegende Teil der Infektionen erfolgt jedoch durch Zeckenstiche.
Ein serologischer Test kann durch Kreuzreaktionen mit anderen Flaviviren falsch-positiv ausfallen. Das RKI nennt hierbei vorangegangene Infektionen mit dem West-Nil-Virus, Dengue- oder Zika-Virus sowie entsprechende Reiseimpfungen als mögliche Ursachen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: RKI: FSME (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
RKI-Ratgeber: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
RKI: Karte
RKI: Influenza
RKI: Masernschutzgesetz
RKI-Ratgeber: Lyme-Borreliose
Diagnostik und Therapie der Arbovirosen
Impfungen A-Z
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen