Zöliakie: Diagnostik, Biopsie und Therapie-Algorithmus
Hintergrund
Die Zöliakie ist eine systemische Autoimmunerkrankung, die durch die Aufnahme von Gluten bei genetisch prädisponierten Personen ausgelöst wird. Die aktualisierte S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) bietet einen strukturierten Leitfaden für den klinischen Alltag. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Editorial zur Leitlinie.
Das klinische Bild der Erkrankung ist enorm variabel und kann in unterschiedlichsten Situationen auftreten. Die Leitlinie adressiert diese Komplexität durch detaillierte tabellarische Übersichten zu Symptomen, Differenzialdiagnosen und genetischen Risikogruppen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der klaren Abgrenzung der Zöliakie von anderen weizenassoziierten Erkrankungen. Hierzu zählen insbesondere die IgE- und nicht-IgE-vermittelten Weizenallergien sowie die Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Einleitung der Diagnostik bei Personen, die bereits eigenständig eine glutenfreie Diät begonnen haben. Die Leitlinie betont, dass für eine verlässliche Diagnostik zwingend eine ausreichende Glutenzufuhr im Vorfeld erforderlich ist. Bei bereits begonnener Diät wird eine strukturierte Gluten-Reexposition empfohlen, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird als erster Schritt die Bestimmung der Transglutaminase-IgA (tTg-IgA) aus dem Serum empfohlen. Erst in Kenntnis dieses Ergebnisses sollte über eine Endoskopie entschieden werden.
Nein, die Leitlinie empfiehlt bei Erwachsenen im Diagnosealgorithmus obligat eine ÖGD mit duodenalen Biopsien. Dies wird mit dem zusätzlichen Informationsgewinn und den häufigeren komplikativen Verläufen im Erwachsenenalter begründet.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Kenntnis des HLA-Status in großen Studien keinen Zugewinn an diagnostischer Genauigkeit erbrachte. Daher ist die genetische Bestimmung laut Leitlinie nicht verpflichtend.
Gemäß Leitlinie kann bei Kindern auf eine Biopsie verzichtet werden, wenn die tTg-IgA um mehr als das 10-fache des oberen Normwerts erhöht sind. Dies muss durch einen zweiten serologischen Test (Endomysium-IgA) aus einer unabhängigen Serumprobe bestätigt werden.
Bei komplikativen Verläufen wie der refraktären Zöliakie besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines T-Zelllymphoms. Es wird empfohlen, solche Fälle in spezialisierten Zentren mit entsprechender Expertise zu betreuen.
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Quelle: DGVS: Zöliakie (DGVS, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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