Medikamentenresistente Tuberkulose: Kurzzeitregime
Hintergrund
Die S2k-Leitlinie der DGP (Stand November 2025) aktualisiert die Empfehlungen zur Therapie der medikamentenresistenten Tuberkulose (DR-TB) basierend auf den neuen Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die DR-TB umfasst verschiedene Resistenzmuster von Mycobacterium tuberculosis, die eine spezifisch angepasste Behandlung erfordern.
In Deutschland sind multiresistente Tuberkulosen (MDR-TB) insgesamt selten, betreffen jedoch häufig Menschen mit Migrationsgeschichte aus Hochinzidenzregionen. Durch Fluchtbewegungen, insbesondere aus der Ukraine, ist in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen.
Eine qualitätsgesicherte Diagnostik, eine lückenlose Medikamentenversorgung und eine intensive sozialmedizinische Begleitung werden als essenziell für den Therapieerfolg angesehen. Therapieabbrüche bergen laut Leitlinie das hohe Risiko einer weiteren Resistenzentwicklung und müssen vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei schwerer oder ausgedehnter Erkrankung (z. B. mit Kavernen) sowie bei ausgeprägter Immunsuppression eine Verlängerung der sechsmonatigen Kurzzeittherapie auf neun Monate oder ein Wechsel auf eine 18-monatige Langzeittherapie erwogen werden sollte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Entisolierung idealerweise erst nach mindestens einer negativen Sputumkultur (nach sechs Wochen Inkubation) erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden für die MDR/RR-TB bevorzugt sechsmonatige, rein orale Kurzzeitregime (wie BPaLM oder BDLLfx) empfohlen. Bei schwerer Erkrankung oder Immunsuppression kann eine Verlängerung auf 9 bis 18 Monate notwendig sein.
Die Leitlinie empfiehlt bei prä-XDR-TB ohne zusätzliche Resistenzen die sechsmonatigen Kombinationstherapien BPaL (Bedaquilin, Pretomanid, Linezolid) oder BDLC (Bedaquilin, Delamanid, Linezolid, Clofazimin).
Es wird empfohlen, vor der Entisolierung idealerweise mindestens eine negative Sputumkultur abzuwarten. Zudem müssen eine gut verträgliche Therapie etabliert und eine deutliche klinische Besserung erkennbar sein.
Gemäß Leitlinie werden für Schwangere und Stillende die Pretomanid-freien Regime BDLLfx (bei MDR/RR-TB) oder BDLC (bei prä-XDR-TB) empfohlen. Von Pretomanid wird aufgrund fehlender Sicherheitsdaten abgeraten.
Eine mindestens 18-monatige Therapie wird laut Leitlinie bei XDR-TB, Unverträglichkeiten gegenüber den Kurzzeitregimen oder bei nicht kontrollierbaren Medikamenteninteraktionen empfohlen.
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Quelle: DGP S2k-Leitlinie Tuberkulose im Erwachsenenalter – mit Amendment (Stand November 2025) (DGP, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Tuberkulose im Erwachsenenalter
AWMF 020-019: Tuberkulose im Erwachsenenalter
S3-Leitlinie Tuberkuloseprävention bei neu zugewanderten Menschen (TB-Risk) (S3)
Updates on the Treatment of Drug-Susceptible and Drug-Resistant Tuberculosis: An Official ATS/CDC/ERS/IDSA Clinical Practice Guideline
ATS/CDC/IDSA: Treatment of Drug-Resistant and Drug-Susceptible TB (2025)
IQWiG G23-18: Bedaquilin (Tuberkulose) – Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G21-34: Delamanid (Multiresistente pulmonale Tuberkulose, Körpergewicht >= 10 kg) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
IQWiG G19-01: Bedaquilin (pulmonale multiresistente Tuberkulose) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V
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