Mikrohämaturie: Diagnostik und Therapie bei Kindern
Hintergrund
Die S3-Leitlinie der DGIM, GPN und DGfN fokussiert sich auf die Früherkennung von Nierenerkrankungen bei Kindern und jungen Erwachsenen. Ziel ist es, durch eine frühzeitige Diagnose und Abklärung das Fortschreiten einer Niereninsuffizienz hinauszuzögern.
Ein zentrales Frühwarnzeichen stellt die isolierte oder kombinierte Mikrohämaturie dar. Die Leitlinie definiert klare Kriterien, wann eine weiterführende nephrologische Abklärung zwingend erforderlich ist.
Zusätzlich beinhaltet das Dokument aktuelle Empfehlungen zur Therapie der chronischen Nierenerkrankung (CKD). Hierbei wird insbesondere das Management der RAS-Blockade bei fortgeschrittener Nierenfunktionseinschränkung adressiert.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, zur primären Abklärung einer Mikrohämaturie bei Kindern und jungen Erwachsenen eine Zystoskopie durchzuführen. Eine Blasenspiegelung wird nur dann empfohlen, wenn die Sonographie unklare Auffälligkeiten der Blase zeigt und alle nicht-invasiven diagnostischen Alternativen vollständig ausgeschöpft wurden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine zeitnahe nephrologische Abklärung erforderlich, wenn zusätzlich eine Proteinurie, ein erhöhter Blutdruck oder eine eingeschränkte Nierenfunktion vorliegen. Auch eine persistierende Mikrohämaturie über 3 bis 6 Monate erfordert eine weitere Diagnostik.
Nein, die Leitlinie empfiehlt, RAS-Blocker auch bei einer eGFR unter 30 ml/min/1,73 m² beizubehalten. Ein Absetzen verschlechtert das kardiovaskuläre Outcome und beschleunigt die Dialysepflichtigkeit.
Es wird empfohlen, einer Kaliumentgleisung zunächst mit Schleifendiuretika, der Therapie einer metabolischen Azidose oder einer kaliumarmen Diät zu begegnen. Alternativ kann die Gabe von Kaliumbindern erfolgen.
Bei Kindern ohne Proteinurie, Hypertonie und ohne reduzierte eGFR sollte gemäß Leitlinie zunächst eine molekulargenetische Diagnostik erfolgen. Erst im Anschluss ist eine Nierenbiopsie zu erwägen.
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Quelle: DGIM Keyfacts: S3-LL Mikro-Hämaturie (DGIM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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