Gastrointestinale Infektionen: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Akute infektiöse Gastroenteritiden (AGE) gehören zu den häufigsten meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Sie werden in der überwiegenden Zahl der Fälle durch virale oder bakterielle Erreger ausgelöst.
Klinisch äußert sich die Erkrankung durch eine plötzliche Veränderung der Stuhlfrequenz und -konsistenz, die oft von Fieber oder Erbrechen begleitet wird. Das Krankheitsbild hat eine hohe sozioökonomische Bedeutung, da der Großteil der Fälle im ambulanten Sektor behandelt wird.
Ziel der Leitlinie ist es, bei leichten Verläufen eine Überdiagnostik und Übertherapie zu vermeiden. Gleichzeitig soll sie Behandelnde bei der zielgerichteten Diagnostik und Therapie von schweren Krankheitsfällen unterstützen.
💡Praxis-Tipp
Es wird davon abgeraten, vor der Krankenhausentlassung routinemäßig eine Stuhldiagnostik zum Beweis der Keimfreiheit durchzuführen. Da die Ausscheidung von Erregern auch nach klinischer Ausheilung persistieren kann, ist dieser Test meist ungeeignet. Stattdessen gilt die klinische Faustregel, dass 48 Stunden nach Symptomfreiheit bei normaler Basishygiene keine relevante Ansteckungsgefahr mehr besteht.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine Erregerdiagnostik nur empfohlen, wenn das Ergebnis therapeutische oder organisatorische Konsequenzen hat. Dies ist zum Beispiel bei einem Verdacht auf Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen der Fall.
Wenn nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung eine kalkulierte Antibiose erforderlich ist, gilt Azithromycin als Mittel der ersten Wahl. Fluorchinolone werden in der Erstlinie nicht mehr empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt zur Primärtherapie einer CDI die orale Gabe von Fidaxomicin oder Vancomycin. Fidaxomicin sollte dabei bevorzugt eingesetzt werden, wenn ein erhöhtes Rezidivrisiko besteht.
Eine Entlassung ist in der Regel möglich, wenn die klinische Symptomatik seit 48 Stunden sistiert ist. Eine mikrobiologische Kontrolle des Stuhls auf Keimfreiheit wird vor der Entlassung nicht routinemäßig empfohlen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: DGIM Keyfacts: S2k-LL Gastrointestinale Infektionen (DGIM, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen (AWMF 021-024, 2023)
DGVS: Gastrointestinale Infektionen
Akute infektiöse Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter
PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Gastrointestinale Infektionen
DGIM Keyfacts: S2k-LL Zöliakie
Onkopedia: Gastrointestinale Komplikationen (Schwerpunkt: Diarrhoe und Colitis) bei Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen
RKI-Ratgeber: Clostridioides difficile
DGIM Klug entscheiden: Infektiologie (20 Empfehlungen)
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen