Demenz-Screening (AD-8): Sensitivität und Diagnostik
Hintergrund
Die Demenzdiagnostik erfordert häufig ein initiales Screening mit einem kurzen Instrument, auf das bei Bedarf eine detailliertere Untersuchung folgt. Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 evaluiert die diagnostische Genauigkeit des AD-8-Fragebogens.
Der AD-8 ist ein kurzes Screening-Instrument, das von einer Auskunftsperson (Informant) ausgefüllt wird, die die betroffene Person gut kennt. Er ist darauf ausgelegt, Veränderungen in der Alltagsfunktion zu erfassen, die auf kognitive Einschränkungen zurückzuführen sind.
Ziel der Meta-Analyse war es, die Genauigkeit des AD-8 bei der Erkennung von Demenz jeglicher Ursache bei Erwachsenen zu bestimmen. Dabei wurden verschiedene Schwellenwerte (Cut-offs) und Versorgungssettings anhand von Daten aus über 4000 untersuchten Personen analysiert.
💡Praxis-Tipp
Der AD-8-Fragebogen sollte in der Praxis primär als sensitives Screening-Instrument eingesetzt werden, um abklärungsbedürftige Personen zu filtern. Es wird betont, dass ein positives Testergebnis eine Demenz nicht beweist, sondern stets eine weiterführende fachärztliche Diagnostik nach sich ziehen muss.
Häufig gestellte Fragen
Der AD-8 ist ein kurzes Screening-Instrument zur Erkennung von Demenz. Er wird von einer Auskunftsperson ausgefüllt, um funktionelle Veränderungen durch kognitive Abbauprozesse zu erfassen.
Der Cochrane Review untersucht primär die Cut-off-Werte von 2 und 3 Punkten. Ein Cut-off von 3 Punkten bietet eine etwas bessere Spezifität (0,76) bei nahezu gleichbleibend hoher Sensitivität (0,91).
Nein, laut Review ist der AD-8 kein eigenständiges Diagnostikum. Er dient lediglich als Screening-Test, um Personen für eine weiterführende fachärztliche Diagnostik zu identifizieren.
Die Datenlage für die Primärversorgung ist laut der Meta-Analyse derzeit noch begrenzt. Die meisten untersuchten Studien stammen aus dem kommunalen Setting oder der Sekundärversorgung.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: AD-8 for detection of dementia across a variety of healthcare settings (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Diagnostic test accuracy of self-administered cognitive assessment tools for dementia
Cochrane Review: Montreal Cognitive Assessment for the detection of dementia
Cochrane Review: Mini-Cog for the diagnosis of Alzheimer's disease dementia and other dementias within a secondary care setting
Cochrane Review: Informant Questionnaire on Cognitive Decline in the Elderly (IQCODE) for the detection of dementia within a secondary care setting
Cochrane Review: Mini-Cog for the detection of dementia within a community setting
Cochrane Review: Clinical judgement by primary care physicians for the diagnosis of all-cause dementia or cognitive impairment in symptomatic people
Cochrane Review: Diagnostic test accuracy of telehealth assessment for dementia and mild cognitive impairment
Cochrane Review: Mini-Cog for the detection of dementia within a secondary care setting
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen