Lärmschutz auf der NICU: Evidenz bei Frühgeborenen
Hintergrund
Frühgeborene auf der neonatologischen Intensivstation (NICU) sind häufig hohen Lärmbelastungen ausgesetzt. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt einen maximalen Lärmpegel von 45 Dezibel (dB), der im klinischen Alltag jedoch oft überschritten wird.
Eine erhöhte Lärmbelastung bedeutet Stress für die Neugeborenen. Während in der allgemeinen pädiatrischen Population nur 0,1 % von Hörschäden betroffen sind, liegt die Rate bei Frühgeborenen zwischen 2 % und 10 %.
Theoretisch kann eine Lärmreduktion das Wachstum fördern und negative neonatale Outcomes verringern. Maßnahmen können auf Stations-, Zimmer- oder Individualebene (z. B. durch Ohrstöpsel) angesetzt werden. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.
💡Praxis-Tipp
Obwohl die American Academy of Pediatrics einen Lärmpegel von maximal 45 dB auf der neonatologischen Intensivstation empfiehlt, fehlt es laut Review an belastbarer Evidenz für spezifische Lärmschutzmaßnahmen. Es wird darauf hingewiesen, dass der Einsatz von Silikon-Ohrstöpseln bei Frühgeborenen derzeit nicht durch ausreichende Daten gestützt ist. Eine routinemäßige Anwendung kann daher auf Basis der aktuellen Studienlage nicht abschließend beurteilt werden.
Häufig gestellte Fragen
Die American Academy of Pediatrics empfiehlt einen maximalen Lärmpegel von 45 Dezibel (dB). Dieser Wert wird im klinischen Alltag jedoch häufig überschritten.
Laut dem Cochrane Review wird bei 2 % bis 10 % der Frühgeborenen eine Hörminderung diagnostiziert. In der allgemeinen pädiatrischen Population liegt diese Rate bei lediglich 0,1 %.
Derzeit kann keine Empfehlung für oder gegen Silikon-Ohrstöpsel ausgesprochen werden. Die verfügbare Evidenz aus einer einzigen kleinen Studie wird als sehr unsicher eingestuft.
Der Review konnte keine Studien identifizieren, die Interventionen zur Senkung des Lärmpegels unter 45 dB auf Stations- oder Zimmerebene ausreichend evaluieren. Die Datenlage ist hierzu unzureichend.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Noise or sound management in the neonatal intensive care unit for preterm or very low birth weight infants (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Non-pharmacological interventions for the prevention of pain during endotracheal suctioning in ventilated neonates
Cochrane Review: Pharmacological pain and sedation interventions for the prevention of intraventricular hemorrhage in preterm infants on assisted ventilation - an overview of systematic reviews
Cochrane Review: Hearing protection field attenuation estimation systems and associated training for reducing workers' exposure to noise
Cochrane Review: Masks versus prongs as interfaces for nasal continuous positive airway pressure in preterm infants
Cochrane Review: Nasal continuous positive airway pressure immediately after extubation for preventing morbidity in preterm infants
Cochrane Review: Nasal continuous positive airway pressure levels for the prevention of morbidity and mortality in preterm infants
Cochrane Review: Non-pharmacological care for opioid withdrawal in newborns
WHO recommendations for care of the preterm or low-birth-weight infant
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen