CochraneIa2023Gynäkologie

Fetale Kopfhautstimulation: Evidenz bei auffälligem CTG

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2023 zur fetalen Kopfhautstimulation (FSS) als Zweitlinientest bei auffälligem CTG unter der Geburt.

Eine kontinuierliche CTG-Überwachung wird bei Risikoschwangerschaften routinemäßig eingesetzt. Da das CTG jedoch eine hohe Falsch-Positiv-Rate für eine fetale Gefährdung aufweist, kommt es häufig zu unnötigen operativen Entbindungen wie Kaiserschnitten.

Um die fetale Sauerstoffversorgung bei einem suspekten oder pathologischen CTG besser einzuschätzen, werden Zweitlinientests angewendet. Dazu gehören die fetale Blutentnahme (Microblood-Untersuchung, MBU) zur Bestimmung von pH-Wert oder Laktat sowie die fetale Kopfhautstimulation.

Die Stimulation soll eine Akzeleration der fetalen Herzfrequenz auslösen. Dies wird als physiologische Reaktion des autonomen Nervensystems und als Zeichen einer ausreichenden Sauerstoffversorgung gewertet.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review betont, dass die Evidenz zur fetalen Kopfhautstimulation derzeit zu schwach ist, um klinische Handlungsanweisungen darauf zu stützen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Methode in der Praxis zwar weniger invasiv als eine fetale Blutentnahme ist, ihre Zuverlässigkeit zur Vermeidung unnötiger Kaiserschnitte jedoch noch in größeren Studien bewiesen werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Review erfolgt die digitale Stimulation während einer vaginalen Untersuchung. Dabei wird mit Zeige- und Mittelfinger für etwa 30 bis 60 Sekunden ein reibender Druck auf die fetale Kopfhaut ausgeübt.

Es wird auf dem CTG nach einer Akzeleration der fetalen Herzfrequenz (Anstieg um mindestens 15 Schläge pro Minute für mindestens 15 Sekunden) oder einer normalen Herzfrequenzvariabilität gesucht. Dies wird als physiologische Reaktion des autonomen Nervensystems gewertet.

Die Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Datenlage zu unsicher ist, um die Kopfhautstimulation als sicheren Ersatz für die fetale Blutentnahme zu empfehlen. Es werden weitere qualitativ hochwertige Studien gefordert.

Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass die Methode das Risiko für einen Kaiserschnitt im Vergleich zur Blutentnahme möglicherweise senkt. Die Autoren stufen diese Evidenz jedoch als sehr unsicher ein.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Fetal scalp stimulation for assessing fetal well-being during labour (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.