Bevacizumab: GI-Perforationsrisiko und Risikofaktoren
Hintergrund
Die Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) thematisiert das Risiko von gastrointestinalen Perforationen unter der Therapie mit Bevacizumab (Avastin). Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der als VEGF-Inhibitor die Tumorgefäßneubildung hemmt.
Das Medikament wird in Kombinationstherapien bei metastasierten Kolon-, Rektum-, Mamma-, Nierenzell- und nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen eingesetzt. Zu den bekannten schwerwiegenden Nebenwirkungen zählen unter anderem thromboembolische Ereignisse, Blutungen und Wundheilungsstörungen.
Eine systematische Metaanalyse untersuchte die Inzidenz und Risikofaktoren der Magen-Darm-Perforationen. Die Ergebnisse sollen eine präzisere Risikoabschätzung im klinischen Alltag ermöglichen.
💡Praxis-Tipp
Das Risiko für eine gastrointestinale Perforation unter Bevacizumab ist stark vom Tumortyp und der Dosierung abhängig. Besonders bei älteren Personen über 65 Jahren sowie bei einer Vorgeschichte mit Divertikulitiden oder abdominellen Bestrahlungen wird eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen. Aufgrund der hohen Letalität von über 20 % ist eine rasche Diagnostik bei unklaren abdominellen Beschwerden essenziell.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ liegt die Inzidenz bei etwa 0,9 %. Das Risiko ist im Vergleich zu herkömmlichen Zytostatika um das 2,14-Fache erhöht.
Ein erhöhtes Risiko besteht bei kolorektalen Karzinomen, Nierenzellkarzinomen und einem Alter über 65 Jahren. Auch Divertikulitiden, Ulzerationen oder eine abdominelle Bestrahlung in der Vorgeschichte gelten als Risikofaktoren.
Eine erneute Behandlung wird nur in seltenen Fällen bei sehr gutem klinischem Ansprechen erwogen. Voraussetzung ist, dass eine konkrete Ursache der Perforation erfolgreich behandelt wurde.
Es wird vermutet, dass die Tumorregression zu Nekrosen und anschließender Perforation führt. Zudem stört die VEGF-Hemmung die Wundheilung und Regeneration der Darmschleimhaut.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Metaanalyse zum Risiko von gastrointestinalen Perforationen bei Tumorpatienten, die mit Bevacizumab (Avastin®) behandelt werden (AkdÄ, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ Bekanntgabe: Darmperforation unter Bevacizumab
Oyavas, ein monoklonaler Antikörper zur Behandlung bestimmter Krebsarten, mit ungarischer Beschriftung in Deutschland verfügbar
Onkopedia: Kolonkarzinom
Onkopedia: Rektumkarzinom
IQWiG A13-08: Aflibercept (Zaltrap) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung)
IQWiG A20-56: Encorafenib (Kolorektalkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
AWMF 021-007: Kolorektales Karzinom
Kolorektales Karzinom
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen