Beckenorganprolaps: Therapie mit Pessaren und Evidenz
Hintergrund
Beckenorganprolaps (Senkungszustände des Genitales) betrifft etwa 40 % der Frauen im Laufe ihres Lebens. Typische Symptome umfassen ein vaginales Fremdkörpergefühl, Schmerzen sowie Harn- und Darmbeschwerden.
Zu den konservativen Behandlungsoptionen gehören Beckenbodentraining (PFMT) und Vaginalpessare. Pessare sind mechanische Vorrichtungen (meist aus Silikon, Latex oder Kunststoff), die die Vagina stützen und vorgefallene Organe in der anatomisch korrekten Position halten sollen.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit von Pessaren im Vergleich zu keiner Behandlung, zu Beckenbodentraining sowie die Kombination beider Verfahren.
💡Praxis-Tipp
Der Review zeigt, dass die alleinige Verordnung eines Pessars im Vergleich zu Beckenbodentraining keinen sicheren Zusatznutzen bringt, aber mit mehr Nebenwirkungen wie Erosionen und Ausfluss einhergeht. Die Kombination aus Pessar und Beckenbodentraining zeigt hingegen die besten Ergebnisse für die Lebensqualität und Symptomkontrolle der Patientinnen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review ist es ungewiss, ob Pessare allein die Symptome besser lindern als ein Beckenbodentraining. Es zeigte sich jedoch, dass Pessare im Vergleich zum Training mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen wie Ausfluss oder Vaginalerosionen verbunden sind.
Der Review legt nahe, dass die Kombination aus Pessar und Beckenbodentraining die Prolapssymptome und die Lebensqualität wahrscheinlich besser lindert als ein Beckenbodentraining allein. Es kann dabei jedoch zu einem leicht erhöhten Risiko für vaginale Blutungen kommen.
Zu den im Review berichteten unerwünschten Ereignissen zählen vermehrter Vaginalausfluss, de novo Harninkontinenz sowie Irritationen und Erosionen der Vaginalwände. Bei der Kombination mit Beckenbodentraining wurden auch krankhafte vaginale Blutungen beobachtet.
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Quelle: Cochrane Review: Pessaries (mechanical devices) for managing pelvic organ prolapse in women (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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