Intraoralscan: Indikationen und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die AWMF-S2k-Leitlinie "Intraoralscan in der Zahnmedizin" behandelt die Anwendung optischer Systeme zur Erfassung intraoraler Strukturen. Die direkte Digitalisierung stellt eine Alternative zur konventionellen Abformung dar und findet in nahezu allen zahnmedizinischen Disziplinen Anwendung.
Laut Leitlinie bietet der Intraoralscan Vorteile wie die unmittelbare Kontrolle des Scanergebnisses, eine vereinfachte Wiederholbarkeit und die Grundlage für digitale Behandlungsabläufe. Zudem wird der Patientenkomfort im Vergleich zur analogen Abformung meist als höher bewertet, insbesondere bei eingeschränkter Mundöffnung oder in der Kinderbehandlung.
Gleichzeitig weist das Dokument auf Limitationen hin. Dazu gehören die Abhängigkeit der Scangenauigkeit von klinischen und anwenderseitigen Faktoren sowie die teilweise eingeschränkte Kompatibilität der Datenformate zwischen verschiedenen Herstellern. Die Leitlinie betont, dass die Leistungsfähigkeit der Systeme kontinuierlich evaluiert werden muss.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Genauigkeit eines Intraoralscans mit zunehmender Scanspanne abnimmt. Es wird daher empfohlen, bei weitspannigen Restaurationen oder Ganzkieferscans mögliche Verzüge des Datensatzes kritisch zu prüfen. Zudem ist für den klinischen Erfolg nicht nur der Scan selbst, sondern auch die Qualität der Schnittstellen und der zahntechnischen Weiterverarbeitung entscheidend.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine funktionell orientierte Abformung zur Anfertigung einer Totalprothese mit den aktuell verfügbaren Intraoralscannern nicht möglich. Bewegtes Gewebe wird von den Geräten als Artefakt registriert, weshalb die Ermittlung des maximal nutzbaren Raumes für die Prothesenbasis digital noch nicht umsetzbar ist.
Ja, die Leitlinie stellt fest, dass die Genauigkeit aktueller Intraoralscanner für zahn- und implantatgetragenen Einzelzahnersatz mit analogen Methoden vergleichbar ist. Auch für kurzspannige Brückenrestaurationen wird der digitale Workflow als gleichwertig eingestuft.
Gemäß der Leitlinie ersetzen Intraoralscanner mit integrierten Funktionen wie Nahinfrarot- oder Fluoreszenz-Technologie die klassische Kariesdiagnostik derzeit nicht. Sie können jedoch als ergänzendes, unterstützendes Hilfsmittel in der Praxis angewendet werden.
Die Leitlinie nennt ein trockenes Arbeitsumfeld, die Vermeidung von Streulicht und eine ausreichende Mundöffnung als zentrale Faktoren. Zudem müssen relevante Strukturen wie Präparationsgrenzen für den Scanner optisch gut zugänglich und sichtbar sein.
Es wird bestätigt, dass die Genauigkeit der Scandaten für die computergestützte Herstellung von funktionellen Okklusionsschienen ausreichend ist. Für die korrekte Zuordnung der Kiefer wird ein vestibulärer Scan in der geplanten Schienenposition, beispielsweise mit einem intraoralen Registrat, empfohlen.
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Quelle: S2k-Leitlinie Intraoralscan in der Zahnmedizin (S2k) (AWMF, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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