Humane Milch: Gewinnung, Lagerung und Pasteurisierung
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt den Einsatz, die Sammlung, den Transport und die Verarbeitung von humaner Milch in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Zielgruppe für die Ernährung mit humaner Milch sind vor allem stationär behandelte Neugeborene und Frühgeborene.
Muttermilch gilt als die beste Ernährung für Neugeborene, da sie kurz- und langfristige medizinische Vorteile bietet. Besonders Frühgeborene profitieren in hohem Maße von einer reduzierten Rate an nekrotisierender Enterokolitis (NEC) und systemischen Infektionen.
Wenn keine oder nicht ausreichend eigene Muttermilch zur Verfügung steht, wird der Einsatz von gespendeter Frauenmilch aus einer Frauenmilchbank empfohlen. Die Handhabung dieser Milch unterliegt strengen hygienischen und lebensmittelrechtlichen Vorgaben, um die Sicherheit der vulnerablen Patientengruppe zu gewährleisten.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiges Risiko im klinischen Alltag ist das unsachgemäße Auftauen oder Erwärmen von humaner Milch. Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Nutzung einer Mikrowelle oder eines heißen Wasserbads, da dies zu einer verminderten Aktivität von IgA und Lysozym sowie zu gefährlichen Hotspots führt. Es wird stattdessen ein kontrolliertes Auftauen im Kühlschrank bei +4 °C empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann frische humane Milch bei maximal +4 °C für bis zu 96 Stunden im Kühlschrank gelagert werden. Wenn kein Verbrauch innerhalb von 24 Stunden absehbar ist, wird jedoch ein schnellstmögliches Einfrieren empfohlen.
Die Leitlinie empfiehlt keine regelhafte bakteriologische Untersuchung von Muttermilch für das eigene Kind. Ein routinemäßiger Verwurf oder eine Pasteurisierung allein aufgrund von bakteriologischen Routinebefunden wird nicht empfohlen.
Eine mütterliche Opiatabhängigkeit stellt keine absolute Kontraindikation dar. Es wird jedoch empfohlen, Muttermilch suchtkranker Mütter nur bei nachgewiesener Abstinenz oder unter einer stabilen Substitutionsbehandlung ohne Beikonsum zu verwenden.
Es wird eine sofortige Aufklärung der Eltern des Empfängerkindes und der unfreiwilligen Spenderin empfohlen. Bei unpasteurisierter Milch sollte abhängig vom Serostatus der Spenderin eine serologische Testung (z. B. auf HIV, Hepatitis, CMV) erwogen werden.
Die Leitlinie warnt davor, das Gefrieren als sichere Methode zur CMV-Inaktivierung zu betrachten. Da replizierfähiges Virus auch nach Gefrier-Tau-Zyklen nachweisbar bleibt, wird das Gefrieren für diese Indikation nicht empfohlen.
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Quelle: Einsatz und Behandlung von humaner Milch in Einrichtungen des Gesundheitswesens (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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