Antidepressiva bei Epilepsie: Therapie & Anfallsrisiko
Hintergrund
Depressive Störungen sind die häufigste psychiatrische Komorbidität bei Menschen mit Epilepsie und betreffen etwa ein Drittel der Patienten. Sie haben einen erheblich negativen Einfluss auf die Lebensqualität.
Häufig bleiben diese Depressionen unbehandelt. Ein Hauptgrund dafür ist die Sorge von Behandlern, dass Antidepressiva epileptische Anfälle auslösen oder verschlimmern könnten.
Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Antidepressiva bei dieser Patientengruppe. Die Evidenzbasis stützt sich auf zehn Studien mit insgesamt 626 Teilnehmern.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Hinweis für den klinischen Alltag ist die Beobachtung, dass SSRI das Risiko für epileptische Anfälle offenbar nicht erhöhen. Die Zurückhaltung bei der Verordnung von Antidepressiva aus Sorge vor einer Anfallsprovokation wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Therapieabbrüche meist durch Nebenwirkungen und nicht durch mangelnde Wirksamkeit bedingt sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es keine Hinweise darauf, dass Antidepressiva, insbesondere SSRI, die Anfallsfrequenz erhöhen oder Anfälle provozieren. Die Evidenz deutet auf ein sicheres Profil bezüglich der Anfallskontrolle hin.
Der Review stellt fest, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um ein spezifisches Antidepressivum oder eine bestimmte Wirkstoffklasse als überlegen zu empfehlen. Sowohl medikamentöse Therapien als auch kognitive Verhaltenstherapie zeigten positive Effekte.
Die Analyse zeigt, dass Therapieabbrüche bei diesen Personen häufiger auf unerwünschte Nebenwirkungen als auf eine mangelnde Wirksamkeit der Medikamente zurückzuführen sind. Häufige Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Schwindel und Sedierung.
Ja, in den untersuchten Studien zeigte die kognitive Verhaltenstherapie eine vergleichbare Wirksamkeit bei der Reduktion depressiver Symptome wie das SSRI Sertralin. Es konnte keine Überlegenheit einer der beiden Methoden festgestellt werden.
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Quelle: Cochrane Review: Antidepressants for people with epilepsy and depression (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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