Ambulant erworbene Pneumonie (CAP): Antibiotikatherapie
Hintergrund
Die DGP S3-Leitlinie (Update 2021) behandelt das Management der ambulant erworbenen Pneumonie (CAP) bei erwachsenen Patienten. Die Erkrankung stellt weiterhin die häufigste zur Hospitalisierung führende Infektionskrankheit dar und ist mit einer erheblichen Morbidität und Letalität verbunden.
Ein zentrales Ziel der Leitlinie ist die Reduktion der Krankenhausletalität durch eine strukturierte Risikoevaluation. Gleichzeitig wird betont, wie wichtig eine frühzeitige Bestimmung des Therapieziels im Einklang mit dem Patienten ist.
Bei Patienten mit schwerer Komorbidität und infauster Prognose kann die Pneumonie ein terminales Ereignis darstellen. In diesen Fällen wird ein palliativer Ansatz zur Symptomlinderung empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine Makrolid-Kombinationstherapie bei mittelschweren und schweren Pneumonien nach 3 Tagen beendet werden soll, wenn kein atypischer bakterieller Erreger nachgewiesen wurde. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Azithromycin bei älteren Patienten oder relevanter Ko-Medikation aufgrund des geringeren Interaktionspotenzials (insbesondere mit Statinen) gegenüber Clarithromycin bevorzugt werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie können Patienten ambulant behandelt werden, wenn der CRB-65-Score 0 beträgt und die Sauerstoffsättigung über 92 Prozent liegt. Zudem dürfen keine instabilen Komorbiditäten oder sozialen Kontraindikationen vorliegen.
Bei leicht- bis mittelschweren Pneumonien wird eine Therapiedauer von 5 Tagen empfohlen. Voraussetzung ist, dass der Patient vor Therapieende für mindestens 2 Tage klinisch stabil war. Bei schweren Verläufen empfiehlt die Leitlinie 7 Tage.
Bei einer leichten Pneumonie ohne Komorbiditäten empfiehlt die Leitlinie als Alternative Makrolide (wie Azithromycin), Doxycyclin oder nachgeordnet Fluorchinolone. Bei schweren Reaktionen auf Penicillin in der Anamnese bleiben alle Beta-Laktame kontraindiziert.
Die Leitlinie empfiehlt die Abnahme von mindestens zwei Blutkulturpärchen bei allen Patienten, die wegen einer mittelschweren oder schweren Pneumonie im Krankenhaus behandelt werden. Im ambulanten Bereich ist diese Diagnostik in der Regel nicht erforderlich.
Eine routinemäßige Gabe von systemischen Steroiden wird laut Leitlinie nicht empfohlen. Ausnahmen bilden Patienten mit einer exazerbierten COPD oder Asthma sowie instabile Patienten im septischen Schock, die Hydrocortison erhalten sollten.
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Quelle: DGP S3-Leitlinie Behandlung von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie – Update 2021 (Version 4.0) (DGP, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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